Bericht: Tagebau Garzweiler erfolgreich blockiert und Kohlebahn für mehrere Stunden gestoppt!

10 Jahre Klimacamp im Rheinland und das dritte Jahr Kohle erSetzen! – das passte diesen August sehr gut zusammen!

Nach Monaten der Vorbereitung war es im August 2019 dann endlich so weit: Das Klimacamp im Rheinland feierte seinen zehnten Geburtstag und hatte sich, um diesen angemessen zu begehen, einen bunten Aktionsblumenstrauß gewünscht. Diesem Wunsch kamen wir mit dem Beitrag unserer Sommeraktion 2019 doch allzu gerne nach 🙂

Nachdem während der ersten Hälfte des Klimacamps beim Erkelenzer Laheypark die letzten Vorbereitungen getroffen worden waren, ging es donnerstags für die Aktivist*innen mit der Aktionsvorbereitung los. Unter anderem standen Aktionsplena, Bezugsgruppenfindungen und Aktionstrainings, letztere teilweise von großem Medieninteresse begleitet, auf dem Programm.

Am Samstag, den 24. August 2019, war es dann endlich so weit: Nacheinander machten sich ca. 150 entschlossene Aktivist*innen in fünf Fingern auf den Weg. Ziel waren die Zufahrten des Tagebaus Garzweiler II, insbesondere die im Osten der Grube. Denn dort unter in der Grube befindet sich der wichtigste Punkt für den Schichtwechsel des Tagebaus mit den riesigen Mitarbeiter*innenparkplätzen, an denen die Beschäftigten von ihren privaten PKW in die Trucks von RWE umsteigen. Den Schichtwechsel zur Mittagszeit wollten wir blockieren – und das haben wir gemacht!

Also setzten sich vier der fünf Finger in Busse (gelb, blau, grün) und Züge (rot) und bewegten sich auf teils verschlungenen Wegen Richtung Frimmersdorf und Gustorf. Teilweise wurde dies von der Polizei bemerkt – es gab aber auch Finger, denen es mit ihrem Verwirrspiel gelang, sich gänzlich unterhalb des Polizeiradars zu bewegen.

Parallel machte sich der pinke Finger, dessen Ziel am Westrand der Grube lag, zu Fuß vom Camp aus auf den Weg. Auch diesem Finger gelang es größtenteils, sich ohne größere polizeiliche Aufmerksamkeit fortzubewegen. Das hatte sicherlich auch mit der Demonstration der Kritischen Mediziner*innen zu tun, die parallel zu unserer Aktion durch die bedrohten Dörfer Berverath, Kuckum und Keyenberg zum Tagebau-Aussichtspunkt Hochneukirch führte und, wie uns berichtet wurde, enorme Aufmerksamkeit von der Polizei erfuhr – an dieser Stelle Danke für die Beschäftigungstherapie!

Es lag aber sicherlich auch an der Tarnung des Fingers als selbstorganisierte Bildungswandergruppe. Immer wieder machte der Finger Halt und ließ sich von seinem selbstverständlich allwissenden Tourguide Interessantes beispielsweise zum geretteten Dorf Holzweiler erzählen. Beim mittlerweile fast vollständig zerstörten Immerath ergaben sich während einer längeren Pause am ehemaligen Friedhof dann sogar spontan organisierte Dorfspaziergänge und Diskussionsrunden – so sieht hierarchiearme Wissensweitergabe aus! Natürlich wurde die Polizei doch auf die rastende Gruppe aufmerksam, konnte aber keine Gründe finden, uns von unserem Weg abzuhalten.

Und während Pink so weitestgehend unbehelligt sein Ziel an der Tagebauzufahrt am Tagebau-Aussichtspunkt Skywalk bei Jackerath erreichte, kamen an den strategisch wichtigen östlichen Zufahrten auch Rot, Grün und Blau an ihr Ziel. Der gelbe Finger wurde leider beim Aussteigen aus dem Bus sofort von der Polizei gekesselt und so am Erreichen seines Ziels gehindert, dafür hatte Blau dann umso leichteres Spiel.

Und so gelang es uns dennoch, den Schichtwechsel und damit den Betriebsablauf gehörig durcheinander zu bringen! Mit den Ostzugängen und der Zulieferzufahrt am Skywalk im Westen waren die wichtigsten Zufahrten zum Tagebau Garzweiler II blockiert und je nach Blockadepunkt stauten sich wahlweise PKWs oder LKWs…

Über mehrere Stunden nahmen wir so mit bunten Bannern und gelben Xen in Solidarität mit den widerständigen Bewohner*innen der vom Tagebau bedrohten Dörfer den Raum ein, um ganz klar zu zeigen: Wir lassen das Unrecht der Braunkohleförderung nicht einfach so geschehen. Wir setzen uns dem entschlossen entgegen und verhindern, dass es weiterhin ungestört vorangetrieben werden kann.

Wie erfolgreich dies war, zeigte sich insbesondere bei Rot. Nach der Zugfahrt quer durchs Revier saßen die Aktivist*innen zwar, wie alle anderen auch, auf einer öffentlich zugänglichen Straße – die allerdings direkt neben der Nord-Süd-Bahn entlangführt, welche die Kohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken transportiert. Und spätestens als dann die Polizei vor Ort war, wurde eine derartige Menschenansammlung in unmittelbarer Nähe den Verantwortlichen dann wohl doch zu heikel… Resultat: Über vier Stunden lang konnte keine Kohlebahn die Strecke passieren! Ein Schelm, wer denkt, das wäre so geplant gewesen.

Auch an den übrigen Blockadepunkten wurde recht bald ein beachtliches Polizeiaufgebot zusammengezogen. Während die Kommunikation und die eigentliche Räumung größtenteils ohne größere Zwischenfälle ablief, wurden wir doch an vielen Stellen daran erinnert, dass die Polizei dazu da ist, uns das Leben zu erschweren und so das ungerechte System der Braunkohleverstromung zu stützen. Von mangelnder polizeiinterner Kommunikation über Verweigerung der Anlieferung von Trinkwasser für Aktivist*innen, die bei hochsommerlichen Temperaturen über Stunden auf der Straße saßen, bis hin zu klar höheren Repressionen gegenüber unseren Pressesprecher*innen zeigte sich erneut, dass die Polizei immer wieder systematisch versucht, Menschen, die für nichts weniger als die Zukunft unserer Lebensgrundlagen kämpfen, genau davon abzuschrecken.

Der pinke Finger wurde nach Räumung größtenteils von der Polizei nach Aachen in die GeSa (Gefangenensammelstelle) gebracht. Dort war die Stimmung trotz Repressionen lange gut und alle Aktivist*innen kamen, wie geplant größtenteils ohne Personalienangabe, bis Mitternacht wieder frei. Aber bis dahin war es u.a. zu sexistischen Kommentaren, stundenlanger Einzelhaft und Repressionen gegen die legale Mahnwache vor dem Polizeipräsidium gekommen. Am Ende bleibt also leider wieder der Eindruck: Einige Polizist*innen begehen immer wieder ganz bewusst klare Rechtsbrüche – und die meisten Kolleg*innen schauen schweigend weg. Zivilcourage sieht anders aus – und so werden wir auch weiter auf die Straße gehen und unser Recht auf eine lebenswerte Zukunft und eine solidarische Gesellschaft mit einem guten Leben für Alle einfordern.

Nachdem auch die Blockaden im Osten, größtenteils ohne Transport in die GeSa, geräumt worden waren, sammelten sich dort viele Aktivist*innen der dortigen Finger und zogen, begleitet vom Lautsprecherwagen der KritMed-Demo, in einer bunten und fröhlichen Demonstration an den Kohleförderbändern entlang. Diese bildete einen würdigen Abschluss für einen fantastischen Tag!

Danke an alle Aktivist*innen und Unterstützer*innen, die diesen riesigen Erfolg möglich gemacht haben!

Lasst uns die Gruben stillegen, die Kohlemeiler vom Netz nehmen und der Zerstörung von Dörfern und Klima ein Ende bereiten.

PM: Tagebau Garzweiler durch Blockaden umzingelt

Pressemitteilung
Erkelenz, 24.08.2019

Tagebau Garzweiler durch Blockaden umzingelt

Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ fordert: Sofort raus aus der Kohle!

Seit 11:40 Uhr wird der Braunkohletagebau Garzweiler II blockiert. Rund 150 Personen beteiligen sich an der Aktion „Kohle erSetzen!“. Mit bunten Bannern und gelben Xen als Zeichen des Widerstands versperren sie mit ihren Körpern die Zufahrten zum Tagebau. Die Aktivist_innen setzen sich dem Schichtwechsel in den Weg und stören so den reibungslosen Betriebsablauf der Braunkohleindustrie. Der Personal- und Lieferverkehr des Tagebaus ist bis auf Weiteres unterbrochen, die kraftvolle Sitzblockade soll auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden.
Im erneuten Hitzesommer fordern die Blockierenden einen Kohleausstieg, der es ermöglicht, die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. „Das Klima kennt weder Kompromisse noch Sommerpausen! Die bisherigen politischen Maßnahmen sind angesichts der schon jetzt spürbaren, katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise absolut unzureichend,“ begründet Pressesprecherin Mira Jäger die Aktion. Es wird nicht nur die Wende zu 100% Erneuerbaren Energien gefordert, sondern vor allem auch eine drastische Senkung des Energieverbrauches gerade in reichen Ländern wie Deutschland. „Wir stehen vor einem gesamtgesellschaftlichen Megaprojekt, das fahrlässig und von einigen Akteur_innen auch vorsätzlich verschleppt wird,“ so Jäger weiter. „Die Klimakrise lässt ganze Ökosysteme kollabieren und bedroht das Überleben von Millionen Menschen. Wenn wir jetzt nicht endlich handeln, ist der Zusammenbruch ganzer Gesellschaften aufgrund der zerstörerischen Auswirkungen unseres verschwenderischen Lebensstils zu befürchten“.
Das rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO2-Quelle in Europa. RWE treibt dort trotz absehbarem Kohleausstieg die Umsiedlung von sechs Dörfern und weiteren Höfen voran, die dem Kohle-Abbau weichen sollen. „Es dürfen hier und weltweit keine Dörfer und Wälder mehr abgebaggert werden für dreckige Energieträger und den Profit einzelner Konzerne,“ betont die Pressesprecherin Clara Tempel. „Es braucht einen Stopp aller bergbauvorbereitenden Maßnahmen. Die gelben Xe in der Aktion sind dabei ein Zeichen unserer Solidarität mit dem lokalen Widerstand.“ Außerdem wird deutlich gemacht, dass einfache Appelle schon lange nicht mehr ausreichen. So verweist Clara Tempel auf die größer werdende Bewegung: „Wir überschreiten mit Aktionen Zivilen Ungehorsams bewusst die Regeln eines Gesellschaftssystems, das unfähig ist, die Klimakrise einzudämmen. Damit wollen wir den notwendigen Druck für eine klimagerechte Gesellschaftstransformation erreichen. Immer mehr Menschen widersetzen sich als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung auf ihre Art dem bestehenden klima-ungerechten System.“
Die Aktionsgruppe setzt sich seit 2017 durch vielfältige Aktionen des zivilen Ungehorsams für das Ende der Kohleverstromung ein. Auch die erste Aktion von Kohle erSetzen! fand im Sommer 2017 in der Nähe des Tagebaus Garzweiler am Kraftwerk Neurath statt. In diesem Jahr wurde bereits der Bau der künftigen ‚Grubenrandstraße‘ L354n zwischen Wanlo und Kaulhausen blockiert. Die Aktion im Frühjahr fand gemeinsam mit dem Bündnis von Tagebau-Betroffenen „Alle Dörfer bleiben!“ statt. In der Woche vor der Aktion war Kohle erSetzen! zu Gast auf dem Klimacamp im Rheinland. Dort standen nicht nur Forderungen an Konzerne und Politik im Mittelpunkt, sondern auch die Frage wie der gesellschaftliche Wandel praktisch gelebt werden kann.
Sie erreichen die Pressesprecher*innen von Kohle erSetzen! für Rückfragen, Interviews und Absprachen unter:
Clara Tempel: 0157 / 75119947
Mira Jäger: 0157 / 87977480
#kohleersetzen

#by2020weriseup

PM: Erneut Sitzblockade im rheinischen Braunkohlerevier angekündigt

Pressemitteilung

Erkelenz, 14.08.2019

Erneut Sitzblockade im rheinischen Braunkohlerevier angekündigt

Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ ruft zu großer Aktion Zivilen Ungehorsams am 22.-25. August auf

 

Am letzten Augustwochenende werden zum Abschluss des Klimacamps im Rheinland hunderte Menschen in der Aktion „Kohle erSetzen!“ Braunkohleinfrastruktur blockieren. Mit der Aktion Zivilen Ungehorsams fordern sie, dass der Kohleausstieg in rasantem Tempo in nur wenigen Jahren erfolgen muss. An der Sitzblockade werden Schüler*innen, von der Umsiedlung bedrohte Dorfbewohner*innen, Klima-Aktivist*innen und Energiewende-Veteran*innen teilnehmen. Von Jung bis Alt widersetzen sich damit immer mehr Menschen dem zerstörerischen Braunkohleabbau.

Gut gepackt in die Aktion

Hallo ihr Lieben, 
es wird Zeit für konkretere Infos zu unserer Aktion, die vom 22.-25. August im Rheinland stattfinden wird!
Wir ihr sicherlich schon wisst, ist für uns eine gute Aktionsvorbereitung sehr wichtig. Vorbereitung: das bezieht sich sowohl auf die innere Haltung und die Skills, die für eine Aktion Zivilen Ungehorsams wichtig sind, als auch auf die Anreise und die Sachen, die wir mit in die Aktion nehmen. Auf all das geht dieser Newsletter ein. 
1. Packliste und kreative Gestaltung der Blockade
2. Klimacamp und Anreise
3. Zeitplan Aktionsvorbereitung
4. Rechtliche Infos
5. Was ihr jetzt schon tun könnt
1. Packliste und kreative Gestaltung der Blockade
Auf unserer Website findet ihr eine Packliste, damit ihr wisst, was ihr unbedingt mitbringen und was ihr zuhause lassen solltet: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/packliste/
Unsere Blockade lebt vor allem von einem bunten und lebendigen Aktionsbild. Wir wollen ja nicht nur gegen etwas sein, sondern auch das Leben dorthin tragen, wo es missachtet wird. Für die kreative Gestaltung der Blockade haben wir einige Ideen und Wünsche: 
  • Es soll sichtbar sein, dass wir zusammen gehören – deswegen soll unsere Blockade in den Farben gelb und orange leuchten! Um die Farben mit in die Aktion zu nehmen, bitten wir euch, dass ihr ein gelbes/orangenes Kleidungsstück (T-Shirt, Jacke, Hose etc) oder ein gelbes/orangenes Accessoire (Tuch, Mütze, Rucksack, Blume etc.) mitbringt und dann bei der Aktion tragt. 
  • Um zu zeigen, dass wir vielfältig und nicht eintönig sind, freuen wir uns, wenn ihr ansonsten aber bunt gekleidet seid. Das passt auch unserem Aktionskonsens. 
  • Wir möchten uns mit der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ solidarisieren und das X-Symbol mit in die Aktion nehmen. Ob als kleiner Holzanhänger am Rucksack, als Aufdruck auf dem T-Shirt oder als Kunstinstallation – bringt gerne alle Xe mit, die ihr finden könnt 🙂
  • Bringt auch gerne bemalte Banner oder leere Stoffstücke und Farbe mit. Es wird in den Tagen vor der Aktion die Möglichkeit geben, noch Banner zu malen. 
Aber es ist eure Blockade, deswegen sollt ihr sie auch so gestalten, wie es euch gefällt. Also bringt zum Beispiel Musikinstrumente, Kartenspiele, Straßenmalkreide, Seifenblasen oder alles sonstige lebensbejahende mit und zeigt den Energie-Manager_innen wie schön es ohne Kohle aussehen kann.
2. Klimacamp und Anreise
Für alle, die es vielleicht noch nicht mitbekommen haben: Wir sind dieses Jahr zu Gast beim großartigen Klimacamp im Rheinland! Auf dem Klimacamp gibt es Platz für Zelte, Verpflegung, Sanitäranlagen und vieles mehr, was wir mitnutzen dürfen – dafür sind wir sehr dankbar. Auf dem Klimacamp wird unsere intensive Aktionsvorbereitung stattfinden und von dort aus werden wir dann in unsere Aktion starten. Vor unseren Aktionstagen gibt es ein spannendes und vielfältiges Workshopprogramm. Alle Infos dazu findet ihr auf der Website des Klimacamps: http://www.klimacamp-im-rheinland.de/ . Uns erreichen in letzter Zeit immer häufiger Mails mit Fragen zum Klimacamp. Bitte bedenkt, dass wir dort auch „nur“ zu Gast sind und das Klimacamp-Team (Kontakt siehe Klimacamp-Website) eure campbezogenen Fragen wahrscheinlich viel besser beantworten kann!
Der genau Campstandort steht noch nicht fest, aber ihr könnt jetzt schon Zugtickets nach Erkelenz buchen, weil das Klimacamp dort in der Nähe stattfinden wird. Für unsere Handlungsfähigkeit in der Aktion ist es gut, wenn wir möglichst viele Verkehrsmittel zur Verfügung haben. Es wäre also toll, wenn ihr es einrichten könnt, mit dem Fahrrad, einem gut gefüllten Auto oder sonstwie „mobil“ anzureisen. Eine Möglichkeit anzureisen, bietet natürlich auch unsere Kohle erSetzen!-Fahrradtour #reCycleRhineland. Alle Infos dazu findet ihr hier: http://www.kohle-ersetzen.de/mobi-fahrradtour/
Versucht bitte möglichst bis zum 22. August anzureisen! 
3. Zeitplan Aktionsvorbereitung
Der Zeitplan für unsere Aktionsvorbereitung steht! Ihr findet ihn auf unserer Website: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/zeitplan/
Dort findet ihr auch eine Übersicht für eine „gestaffelte Anreise“: Wie ihr wisst, ist unser Wunsch, dass alle am Donnerstag, den 22. August anreisen. Wir wissen jedoch, dass das nicht allen Menschen möglich ist und diese Menschen wollen wir nicht von unserer Aktion ausschließen. Deswegen haben wir jetzt drei Zeiten festgelegt, zu denen es möglich ist, in die Aktionsvorbereitung einzusteigen. Ihr könnt unter Einbeziehung eurer Aktionserfahrung und eurer Kapazitäten selbst entscheiden, welche der drei Zeiten ihr wählt. 
Der offizielle Start der Aktionsvorbereitung ist am Donnerstag um 18.30 Uhr (Abendessen) bzw. 19 Uhr (Aktionsplenum).
Wenn ihr euch viel Zeit für eine ruhige und entspannte Aktionsvorbereitung nehmen wollt und/oder noch unerfahren seid, kommt gerne schon am Donnerstag um 13 Uhr. 
Falls ihr es absolut nicht anders einrichten könnt, ist es auch möglich, dass ihr noch am Freitag um 10 Uhr zu uns stoßt.
Wenn möglich, plant eure Abreise bitte frühestens für Sonntag, 25.8.,  um 15 Uhr. 
4. Rechtliche Infos
In Vorbereitung auf die Aktion solltet ihr euch unbedingt mit den rechtlichen Gegebenheiten und Konsequenzen einer Sitzblockade vertraut machen. Wir versuchen in unserer Aktion das juristische Nachspiel für uns möglichst gering zu halten, doch wir können nicht dafür garantieren, dass im Nachhinein nichts kommt. Deswegen lies dir bitte unsere Rechtsinfo durch: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/rechtliches/
Für alle, die sich intensiver einlesen wollen, gibt es hier eine Rechtshilfebroschüre des Legal Teams: http://www.kohle-ersetzen.de/files/2019/05/rechtshilfebroschuere_nrw_de.pdf. Bitte beachtet, dass uns nicht alle Themen betreffen. 
Wenn ihr minderjährig seid, wäre es gut, wenn ihr diesen Zettel ausfüllt und von euren Eltern unterschreiben lasst. Der ist für den Fall, dass ihr in Gewahrsam genommen werdet, damit ihr auch von anderen Personen als von deinen Eltern abgeholt werden könnt: http://www.kohle-ersetzen.de/files/2017/07/erziehungsvollmacht.pdf
Denkt dran: Auf dem Camp wird es auch noch einen rechtlichen Input und einen Legal-Infopunkt geben, da lassen sich auch viele Fragen klären.
5.  Was ihr jetzt schon tun könnt…
Wir sollen euch viele Grüße von unserer Fahrradtour ausrichten, die gerade zu Gast auf dem camp for [future] in Buir ist und in der nächsten Woche über Mönchengladbach und Aachen zum Klimacamp fährt. 
Es wird Zeit für eine große und bunte Aktion Zivilen Ungehorsams – seid ihr dabei?
Freudige Grüße
das Newsletter-Team

Gut vorbereitet in die Aktion

Hallo liebe (zukünftige) Klimaaktivist_innen, 
in knapp vier Wochen ist es soweit: Wir werden im Rheinland mit vielen Menschen ein starkes Zeichen gegen Braunkohle setzen. 
Seid ihr schon genau so aufgeregt wie wir? Falls ja, gibt es hier einen ganzen Newsletter voll mit Infos dazu, wie die Aktion geplant ist und worauf ihr achten solltet. Viel Spaß beim Lesen!
1. Wie wir uns basisdemokratisch organisieren
2. Wie die Aktion geplant ist
3. Wie die Aktionsvorbereitung aussieht
4. Wie wir in der Aktion agieren wollen
5. Welche Aufgaben wir noch zu vergeben haben
6. Was ihr jetzt schon tun könnt
1. Wie wir uns basisdemokratisch organisieren
Für uns hängt die Forderung nach einer Energieversorgung ohne Kohle auch mit der Forderung nach einer gerechten Welt zusammen. Weil wir unsere Ziele schon in unser jetziges Handeln mit einbeziehen wollen, werden wir rund um die Aktion Entscheidungen basisdemokraktisch treffen. Das bedeutet, dass wir Entscheidungen im Konsens treffen werden, also so, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Konsens bedeutet nicht unbedingt, dass  alle einer Meinung sind, aber immer, dass alle mit der Entscheidung  leben  können und niemand in seinen Bedürfnissen übergangen wird. Unsere Entscheidungsstruktur besteht aus Bezugsgruppen und Sprecher_innen-Räten: 
Der Sprecher_innenrat soll ermöglichen, dass eine große Gruppe gemeinsam handelt und Entscheidungen trifft. Der Rat trägt zusammen, wo Entscheidungsbedarf besteht, tauscht Informationen aus und  formuliert eventuell Lösungsvorschläge. Im Rat werden die Dinge koordiniert, die die gesamte Aktion betreffen und nicht in den Bezugsgruppen allein entschieden werden können. Jede Bezugsgruppe entsendet eine_n Sprecher_in in den Rat. Diese_r bringt Meinungen, Einschätzungen, Entscheidungen etc.  der Bezugsgruppe ein (z.B. „Wir trauen uns zu, auch bei einer Räumung sitzen zu bleiben und nicht aufzustehen“) und trägt neue Infos, Entscheidungen, Meinungen usw. wieder in die Bezugsgruppe zurück.
So entsteht eine kraftvolle Aktion, hinter der alle AktivistInnen tatsächlich stehen und die sie mittragen können. 
2. Wie die Aktion geplant ist
Wie oben beschrieben: Die Aktion wird von allen Anwesenden mitgestaltet. Jedoch sind bestimmte Elemente der Aktion schon festgelegt, wie zum Beispiel der Ort, der Zeitpunkt und der Charakter der Aktion. Diese Dinge wurden von uns als Vorbereitungsgruppe mit viel Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein diskutiert und entschieden und bilden den Rahmen der Aktion, der nicht mehr zur Diskussion steht. Das bringt Ruhe in die Aktionsvorbereitung und lässt uns Zeit, im Camp und auf der Aktion gemeinsam mit allen über die aktuellen Gegebenheiten und die Gestaltung der Blockade zu sprechen. Wir halten aber nichts von Aktionstourismus. Wir bieten kein All-Inclusive-Gesamtpaket, in dem mensch es sich ohne Verantwortung zu übernehmen, gemütlich machen kann. Alle Aktivist_innen gehen eigenverantwortlich in die Aktion und tragen zum Ganzen bei. Dafür ist es super, wenn ihr mitdenkt, Aufgaben übernehmt (siehe unten) und euch innerlich bereit für die Aktion fühlt.
Wir freuen uns, wenn ihr Teil von dem werdet, was wir monatelang erarbeitet haben und euch vor Ort daran beteiligt, etwas Großes daraus zu machen!
3.  Wie die Aktionsvorbereitung vor Ort aussieht
Damit die Aktion für alle machbar ist und sich alle gut vorbereitet fühlen, wird es eine intensive Aktionsvorbereitung auf dem Klimacamp geben. Falls ihr noch keine Bezugsgruppe habt, werdet ihr dort die Möglichkeit haben, andere Menschen zu finden, mit denen ihr euch zusammenschließen könnt, damit keine_r alleine bleibt. Zusätzlich dazu wird es rechtliche Inputs geben, damit alle genau wissen, worauf sie sich einlassen. Einen großen Teil der Zeit wird ein Aktionstraining in Anspruch nehmen, bei dem ganz praktisch geübt werden kann, wie man blockiert und im Konsens entscheidet. Danach ist Zeit für einen Sprecher_innen-Rat. Den genauen Zeitplan der Aktionsvorbereitung findet ihr bald auf unserer Website.
4. Wie wir in der Aktion agieren wollen
Zu den  Dingen, die schon vor der Aktion feststehen, gehört der Aktionskonsens. Das ist eine grundsätzliche Zusage, die sich alle Menschen gegenseitig machen, die an der Aktion teilnehmen. Unser Aktionskonsens beinhaltet zum Beispiel, dass wir gewaltfrei handeln und allen Menschen respektvoll begegnen werden. Wir sehen den Aktionskonsens als verbindlich an, deswegen ist es uns wichtig, dass du dir den Aktionskonsens vor der Aktion durchliest und dann bei der Aktion auch so handelst, damit wir uns gegenseitig auf uns verlassen können. Hier findest du den Aktionskonsens: http://www.kohle-ersetzen.de/kohle-ersetzen/aktionskonsens/
5. Welche Aufgaben wir noch zu vergeben haben
Wie oben beschrieben: Bei Kohle erSetzen! gibt es viele Möglichkeiten (und Bedarf!) zur Mitgestaltung. Uns ist es wichtig, dass in der Aktion wichtige Aufgaben auch von Menschen übernommen werden, die nicht Teil des Orgakreises sind. Einerseits hätten wir selbst gar nicht die Kapazitäten das alles alleine zu stemmen, andererseits hoffen wir so, potenzielle Hierarchien abschwächen zu können. Aufgaben für die wir Menschen suchen, sind: 
  • Pressesprecher_innen (Kontakt mit Pressevertreter_innen)
  • Polizeikontakt (Sprachrohr zwischen der Aktionsgruppe und der Polizei)
  • Moderation von Sprecher_innenräten (siehe oben)
  • Ermittlungssausschuss „EA“ (vor der Aktion rechtliche Beratung und während der Aktion Überblick über Ingewahrsamnahmen etc.)
Für all diese Aufgaben ist Vorerfahrung sehr schön, aber nicht zwingend notwendig. Kohle erSetzen! soll für alle einen Raum zum Ausprobieren bieten. Für alle „Rollen“ wird es auf dem Klimacamp die Möglichkeit eines kleinen Rollentrainings geben. 
Wenn ihr euch eine dieser Aufgaben vorstellen könnt, schreibt uns bitte eine Mail an info@kohle-ersetzen.de (Schlüssel findet ihr auf unserer Website) oder antwortet einfach auf diesen Newsletter. 
Für die Aktion suchen wir auch noch weibliche* Fotograf_innen. In den letzten Jahren waren unsere Aktionsfotograf_innen fast ausschließlich männlich* und das wollen wir sehr gerne ändern. Falls du jemenschen kennst, sag gern Bescheid!
6. Was ihr jetzt schon tun könnt…
Falls ihr euch fragt, was gerade bei unserer Fahrradtour #reCycleRhineland so los ist, gibts hier ein kurzes Update: Wir sind mittlerweile schon rund 500 Kilometer durch Norddeutschland gefahren und sind inzwischen in Bielefeld angekommen. Es gab Zwischenstopps mit Infoveranstaltungen in Celle, Göttingen und Witzenhausen. Am Freitag gibt es eine Infoveranstaltung in Dortmund (https://www.facebook.com/events/349688192595317/) und am Samstag sind wir zu Gast bei der Attac-Sommerakademie. Wir suchen noch Menschen, die Lust haben, Infoveranstaltungen in Essen, Düsseldorf und Aachen zu organisieren. Meldet euch einfach bei uns!
Der Sommer wird immer heißer – für uns ein Grund mehr entschlossen auf die Straße zu gehen!
Widerständige Grüße
Kohle erSetzen!

PS: Weil die Aktion immer näher rückt, werden wir ab jetzt jede Woche einen Newsletter verschicken.

PM: Radeln für Klimagerechtigkeit – Protest-Fahrradtour startet am Freitag in Lüneburg

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter dem Motto „#reCycleRhineland – Klimagerechtigkeit erfahren“ startet am 19. Juli in Lüneburg eine Protestfahrradtour der Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“. Die Fahrradtour hat das Rheinische Braunkohlerevier zum Ziel, das Mitte August nach einer Strecke von gut 800 km erreicht wird. Dort wird Kohle erSetzen! zu Gast auf dem Klimacamp im Rheinland sein und ruft für den 22.-25. August zu einer Blockade der Braunkohleinfrastruktur auf. Im Rahmen der Fahrradtour werden Infoveranstaltungen und verschiedene Aktionen zum Thema Klimagerechtigkeit in mehr als 20 Städten organisiert. Dabei sind alle Menschen herzlich Willkommen, die Fahrradtour auf unterschiedlichen Etappen zu begleiten. Die Pressesprecherin von Kohle erSetzen!, Clara Tempel, betont: „Mit der Fahrradtour wollen wir uns auf den Weg in eine klimagerechte Zukunft machen. Wir informieren Menschen über unsere Aktion Zivilen Ungehorsams und laden sie ein, bei der Sitzblockade mitzumachen, während wir in die Pedale treten für einen schnelleren Kohleausstieg.“

Zum Auftakt der Fahrradtour findet in Lüneburg eine sogenannte „Critical Mass“ (eine Fahrraddemo) statt, die am 19.7. um 11 Uhr am Clamartpark beginnt. Sie sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen und von der Veranstaltung zu berichten. 

Mit freundlichen Grüßen,

Clara Tempel und Mira Jäger

(Pressesprecherinnen Kohle erSetzen!)

Kontakt:
Infotelefonnummer für die Fahrradtour: 0163 / 87 17 238

#reCycleRhineland – Klimagerechtigkeit erFahren

Hallo liebe Menschen, 
wir sind fleißig am planen und organisieren und wollen euch daran teilhaben lassen. 
Wir sind ganz aufgeregt, denn es gibt neue Pläne: Wir starten eine Kohle erSetzen!-Fahrradtour durch Nord- und Westdeutschland und ihr seid herzlich eingeladen, ein Stück mitzufahren! Mehr darüber und über die Hintergründe unserer Aktion findet ihr unten. 
1. Fahrradtour 
2. Bericht vom Planungstreffen 
3. Zu Gast auf dem Klimacamp Rheinland 
4. Warum Ziviler Ungehorsam?
5. Was ihr jetzt schon tun könnt…
1. Fahrradtour 
Unter dem Motto „#reCycleRhineland – Klimagerechtigkeit erFahren“ werden wir in den nächsten Wochen mit dem Fahrrad von Norddeutschland ins Rheinland fahren. Auf dem Weg machen wir Halt in vielen Städten und organisieren Infoveranstaltungen und verschiedene Aktionen. Los gehts am Freitag, 19. Juli in Lüneburg, am 15. August werden wir voraussichtlich auf dem Klimacamp im Rheinland ankommen. Den gesamten Tourverlauf könnt ihr euch hier anschauen: http://www.kohle-ersetzen.de/fahrradtour-ablauf/
Wir suchen: 
Wenn ihr euch beteiligen wollt, meldet euch bei der Infonummer: 0163 87 17 238
Critical Mass am 19.7. um 11 Uhr in Lüneburg am Clamartpark: https://www.facebook.com/events/449206375917614/
2. Bericht vom Planungstreffen 
Am Wochenende vom 5.-7. Juli haben wir uns in Düsseldorf zu unserem letzten Vorbereitungstreffen zusammengefunden. Je näher die Aktion rückt, desto mehr steigt die Anspannung, aber auch die Freude. Wir haben über die Mobilisierung gesprochen, die Planungen des Aktionsortes konkretisiert und die Aktionstage auf dem Klimacamp geplant. Nach Feierabend haben wir noch darüber diskutiert, wie wir die revolutionäre sozialökologische Welt-Transformation beschleunigen und umsetzen können. Anders als bei den Aktionsplanungen sind wir bei diesem Thema noch zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen 😉 Auch, wenn wir eine relativ kleine Vorbereitungsgruppe sind und sehr viel zu tun haben, war das Wochenende sehr motivierend und wir freuen uns darauf, die Aktion im August in die Hände aller zu legen!
3. Zu Gast auf dem Klimacamp Rheinland 
Mit unserer Aktion werden wir zu Gast auf dem Klimacamp Rheinland sein – und dafür sind wir unendlich dankbar! Wir können dort die Infrastruktur nutzen und uns mit allen Aktivist_innen gemeinsam in Ruhe auf unsere Aktion vorbereiten. 
Das Klimacamp findet vom 15.-27. August statt, das heißt, vor unseren Aktionstagen wird schon eine Menge passieren! Wir können euch das spannende Workshopprogramm des Klimacamps wärmstens empfehlen. Außerdem wird es neben unserer Aktion auch noch einige andere Aktionen geben, so dass wir Teil eines bunten Aktionsblumenstraußes sind. 
Mehr Infos zum Klimacamp: http://www.klimacamp-im-rheinland.de/
4. Warum Ziviler Ungehorsam?
Unsere Sitzblockade ist eine Aktion Zivilen Ungehorsams – doch was ist das eigentlich?
Ziviler Ungehorsam ist das bewusste Überschreiten eines Gesetzes, um auf ein Unrecht aufmerksam zu machen oder es zu unterbrechen bzw. zu verhindern. Wir haben uns ganz bewusst für diese Aktionsform entschieden, weil wir sie an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt für zielführend halten. Ziviler Ungehorsam hat für uns einige Stärken: 
  • Ziviler Ungehorsam kann als politischer Hebel genutzt werden. Das gilt vor allem dann, wenn zuvor alle legalen politischen Maßnahmen keine Früchte getragen haben.
  • Es kann klar gemacht werden, dass das Thema für die jeweiligen Aktivist_innen so wichtig ist, dass es ihrer Meinung nach diesen Regelverstoß nicht nur legitimiert, sondern häufig sogar erfordert.
  • Viele tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen des letzten Jahrhunderts hätten ohne Zivilen Ungehorsam wohl nie stattgefunden. Wir berufen uns in unserem Handeln auf Erfolge aus der Vergangenheit.

Wir sind der Meinung: Wenn es um Braunkohle und unser Klima geht, wollen wir nicht länger nur fordern und appellieren, sondern direkt und gewaltfrei in das Unrecht eingreifen!

Auf unserer Website findet ihr einen ausführlichen Text zum Thema Ziviler Ungehorsam: http://www.kohle-ersetzen.de/hintergrund/ziviler-ungehorsam-was-und-warum/
5. Was ihr jetzt schon tun könnt…
Wir haben jetzt übrigens einen neuen Instagram-Account, den alten können wir aus technischen Gründen nicht weiterverwenden. Unterstützt uns gerne dabei, den Account zu verbreiten, indem ihr uns folgt: https://www.instagram.com/kohleer.setzen/

Am 23. Juli findet in Freiburg eine Infoveranstaltung statt, zu der ihr herzlich eingeladen seid. Mehr Infos gibts demnächst auf unserer Website.

Bis bald – vielleicht schon auf der Fahrradtour?
Viele Grüße
das Newsletter-Team von Kohle erSetzen!

Mobi-Fahrradtour – Sei dabei!

Schon den Urlaub gebucht? Die Ferienwohnung klar gemacht? Dann stornier deinen Flug!

Fahre stattdessen mit Kohle erSetzen! quer durch Deutschland. Auf den Weg ins Rheinland machen wir uns am 19.Juli in Lüneburg. Erlebe unterwegs schon spannende Demos, Aktionen und Infoveranstaltungen.

Lüneburg – Uelzen – Celle – Hannover – Hildesheim – Kreiensen – Göttingen – Witzenhausen – Bielefeld – Münster – Dortmund – Bochum – Essen  – Düsseldorf – Köln – Buir – Aachen – Mönchengladbach  – Klimacamp Rheinland

Und so kannst du uns unterstützen:

  • Sei in deiner Stadt unser_e Gastgeber_in! Wir suchen noch Schlafplätze in allen Städten auf unserer Route.
  • Organisiere mit uns in deiner Stadt eine Critical mass, Infoveranstaltung oder hast du eine eigene Idee für eine Aktion?
  • Fahre mit! Entweder nur wenige Kilometer oder gleich bis ins Rheinland!

Mehr Infos findest du auf dieser Seite.

Kohle erSetzen! – Bist du dabei?

Hallo zusammen, 
wir sind die Vorbereitungsgruppe von Kohle erSetzen! 2019. Wir freuen uns, dass ihr unseren Newsletter abonniert habt und hoffen, dass wir euch damit unterstützen können, euch auf unsere Aktion im Sommer vorzubereiten oder darüber informiert zu bleiben. Dieser Newsletter wird in der Regel alle ein bis zwei Wochen in euer Postfach flattern. Ihr kriegt darin einen Überblick über den aktuellen Stand unserer Planung, über wichtige Infos zur Aktion und Vorschläge, wie ihr selbst dazu beitragen könnt, dass unsere Aktion Zivilen Ungehorsams gelingt. 
In diesem Newsletter wird es darum gehen, dass ihr einen Überblick darüber bekommt, wer wir sind und was wir vorhaben. Falls ihr noch Leute kennt, die sich für Kohle erSetzen! interessieren, ladet sie gerne ein, diesen Newsletter zu abonnieren!
1. Wer wir sind
2. Was wir planen
3. Werde Teil von Kohle erSetzen!
4. Was ihr jetzt schon tun könnt…
1. Wer wir sind
Wir sind eine offene Gruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, für den Sommer eine gewaltfreie Aktion Zivilen Ungehorsams gegen Braunkohle vorzubereiten. Wir sind Studierende, Auszubildende, Angestellte, Rentner_innen, Reisende und Vollzeit-Aktivist_innen, ältere und jüngere Menschen. Manche von uns haben schon viele Aktionen Zivilen Ungehorsams organisiert, ein anderer Teil der Gruppe macht das zum ersten Mal. Wir sind eine bundesweite Gruppe und in verschiedenen AGs organisiert. Wir treffen uns einige wenige Male zu 3-tägigen Planungstreffen und fast jede Woche im Internet. In unserer Arbeit möchten wir emanzipatorisch und selbstermächtigend handeln, dafür arbeiten wir basisdemokratisch und möglichst hierarchiefrei. Wir sind leidenschaftlich dabei, den Rahmen für Kohle erSetzen! aufzubauen und freuen uns darauf, dass er im Sommer von euch gefüllt wird!
2. Was wir planen
Im Zeitraum vom 22.-25. August 2019 wird unsere Aktion Zivilen Ungehorsams im Rheinland stattfinden. Unser Ziel ist dabei, mit einer bunten und gewaltfreien Sitzblockade die Infrastruktur der Kohleindustrie zu stören und so unserem Protest gegen diese schmutzige und zerstörerische Art der Energiegewinnung Ausdruck zu verleihen. Uns ist es wichtig, dass alle Beteiligten gut vorbereitet in die Aktion gehen, weshalb wir in den Tagen davor Plena und Aktionstrainings mit euch gemeinsam durchführen wollen. Dazu gehört auch, dass wir euch Hinweise zur rechtlichen Lage geben und bei der Bezugsgruppenfindung helfen wollen. Daher wäre es super, wenn ihr bereits am Donnerstag, den 22. August beim Klimacamp dabei seid. 
3. Werde Teil von Kohle erSetzen!
Du hast Lust, hinter die Kulissen zu schauen? Du willst dich daran beteiligen, eine große Aktion gegen Braunkohle auf die Beine zu stellen? Dann werde Teil von unserer Vorbereitungsgruppe! Wir freuen uns sehr, wenn im Laufe der nächsten Wochen noch Menschen mit in die Planung einsteigen. Wenn du Lust hast mitzumachen, dann komm am besten zu unserem nächsten Vorbereitungstreffen vom 5.-7. Juli in Düsseldorf. Antworte einfach auf diesen Newsletter und du bekommst mehr Infos. 
Es gibt auch die Möglichkeit, uns mit dem Übernehmen von kleineren Aufgaben zu helfen, ohne gleich in den ganzen Vorbereitungsprrozess einzusteigen. Auch in diesem Fall: Melde dich einfach bei uns, dann sehen wir weiter. 
Kohle erSetzen! ist keine Aktion von uns für euch, sondern soll eine Aktion mit euch gemeinsam sein! Deswegen ist es umso schöner, wenn viele verschiedene Menschen im Vorbereitungsprozess beteiligt sind. 
4. Was ihr jetzt schon tun könnt…
Falls ihr Fragen habt, meldet euch einfach bei info@kohle-ersetzen.de oder schaut auf unserer Website vorbei: http://www.kohle-ersetzen.de/
Lasst uns gewaltfrei und solidarisch Klimagerechtigkeit auf der Straße erkämpfen!
Viele Grüße
Menschen von Kohle erSetzen!

Nach der Aktion ist vor der Aktion

Liebe Menschen,

wir sind gestern von unserer Aktion „Keinen Meter der Kohle“ zurückgekommen und sind noch ganz erfüllt von all den Geschehnissen und Eindrücken.
In diesem Newsletter bekommt ihr einen Überblick darüber, was in den letzten Tagen passiert ist. Gleichzeitig wollen wir euch aber auch zu unserer großen Sommeraktion vom 22.-25. August auf dem Klimacamp Rheinland einladen. Also markiert euch den Termin schnell im Kalender und dann viel Spaß beim Lesen des Newsletters!

Inhalt
1. Bericht zu „Keinen Meter der Kohle“
2. Pressespiegel und Fotos
3. Save the Date: 22.-25. August
4. Einladung zum Vorbereitungstreffen

1. Bericht zu „Keinen Meter der Kohle“
Am Montag haben wir mit rund 50 Menschen erfolgreich die Kohlestraße von RWE blockiert.
Wir haben uns am Sonntag getroffen und uns gemeinsam auf die Aktion vorbereitet. Am Montagmorgen um 8 Uhr ging es dann los: Wir sind aufgebrochen und zur Baustelle gelaufen. Vor Ort hat keine Polizei auf uns gewartet und so konnten wir uns ungestört auf die Trasse setzen. Dort haben wir mit Schubkarren und Schaufeln einen Erdwall quer über die geplante Straße gebaut, um den Baggern den Weg zu versperren. Auf den Erdwall haben wir Bäume gepflanzt. Die Polizei hat uns von Ferne beobachtet, hat aber nicht eingegriffen. So konnten wir ganz in Ruhe unsere eigenen Bauarbeiten fertigstellen, Musik machen und uns den Raum zurückerkämpfen.
RWE hatte am Morgen noch Bagger kommen lassen, doch diese wurden sehr schnell wieder abgezogen, als wir aufgetaucht sind. Das heißt (und das hat RWE auch so bestätigt): mit unserer Blockade haben wir die Bauarbeiten gestoppt und für einen ganzen Tag verhindert! Das ist für uns ein großer Erfolg. Genauso wichtig ist für uns aber, dass Menschen mit dieser Aktion zum ersten Mal den Schritt zum Zivilen Ungehorsam gemacht haben. Wir freuen uns riesig darüber, dass wir gemeinsam mit der Rheinischen Gruppe von Alle Dörfer bleiben! die Dorfbewohner_innen ermächtigen konnten, sich ungehorsam für ihre Heimat einzusetzen. So hat sich ein buntes Aktionsbild ergeben: Dorfbewohner_innen im Anzug saßen neben Aktivist_innen aus dem Hambacher Wald. Schüler_innen von Fridays for Future haben gemeinsam mit Rentner_innen Erde geschaufelt. Rheinländer_innen haben gemeinsam mit Kohle erSetzen!-Aktivist_innen aus dem ganzen Land Bäume gepflanzt.
Vielen Dank an alle mutigen Dorfbewohner_innen und an alle anderen Unterstützer_innen für diese kraftvolle Aktion. Für uns steht fest: Wir werden wiederkommen, damit Alle Dörfer bleiben!

2. Pressespiegel und Fotos
Es gab eine sehr große Presseresonanz auf unsere Aktion. Auf unserer Website findet ihr demnächst einen Pressespiegel: http://www.kohle-ersetzen.de/presse/medienecho/

Der Fotograf Tim Wagner hat bei unserer Aktion wunderschöne Fotos gemacht, die ihr auf Flickr anschauen könnt: https://www.flickr.com/photos/155335093@N08/albums/72157708773393496

Mehr Fotos, Videos und Tweets aus der Aktion findet ihr auch auf Twitter: https://twitter.com/Kohle_erSetzen

3. Save the Date: 22.-25. August
Die Keinen-Meter-Aktion war ein schöner Auftakt für den Aktionssommer, der jetzt kommt. Teil davon wird auch unsere Sommeraktion vom 22.-25. August im Rheinland sein. Wir laden euch herzlich ein, dabei zu sein und mit uns gemeinsam Kohleinfrastruktur zu blockieren. Wie in den letzten Jahren wollen wir eine gewaltfreie, anschlussfähige und möglichst niedrigschwellige Aktion Zivilen Ungehorsams organisieren. Unsere Aktion soll vor allem einen Erfahrungsraum für die Menschen schaffen, die noch keine Erfahrungen mit Aktionen Zivilen Ungehorsams haben oder die aus anderen Gründen das Bedürfnis nach einem sicheren Rahmen haben. Dazu gehört für uns eine intensive Aktionsvorbereitung und dass wir die rechtlichen Konsequenzen möglichst gering halten wollen. Gleichzeitig werden aber auch erfahrenere Menschen bei uns die Möglichkeit bekommen, sich für einen konsequenten Kohleausstieg einzusetzen.
Wir sind zu Gast auf dem Klimacamp Rheinland und freuen uns auf eine wunderschöne Zeit dort!

4. Einladung zum Vorbereitungstreffen
So eine Aktion vorzubereiten ist eine Menge Arbeit – und eine Menge Spaß! Wir freuen uns, wenn noch Menschen zum Vorbereitungskreis dazustoßen. Egal, ob ihr schon Organisationsprofi seid oder einfach mal reinschnuppern wollt: Ihr seid herzlich zu unserem Vorbereitungstreffen vom 5.-7. Juli im Rheinland eingeladen.
Falls ihr Lust habt, zu kommen, schickt uns eine Mail an: info@kohle-ersetzen.de

Wir machen jetzt ein bisschen Pause, um uns von der letzten Aktion zu erholen und kraftvoll in die Vorbereitungen für die nächste zu starten. Es wäre großartig, wenn ihr in der Zeit schon mal den Termin unserer Sommeraktion verbreiten könntet 😉

Viele Grüße und bis bald,
das Newsletter-Team von Kohle erSetzen!

PS: Am 7. Juni sind unsere Freund_innen von JunepA (Junges Netzwerk für politische Aktionen) auf der Kulturellen Widerstandspartie in Gorleben mit einem Stand vertreten. Wenn ihr Infos zu unserer Sommeraktion oder zu sonstigen Kohle erSetzen!-Themen haben wollt, sprecht sie einfach an!