Erfolgreiche Blockade: die 1,5-Grad-Grenze in Asphalt (#L277) muss bleiben!

Was für eine Aktion! Der Auftakt zu noch viel mehr Widerstand gegen die Zerstörung der Dörfer durch den Tagebau Garzweiler…

Nach der Demo am Sonntag und ersten Bagger-Blockaden am Montag und Dienstag konnten wir (JunepA & Kohle erSetzen) gestern mit 60 Menschen den Abriss der #L277 auf Lützerather Seite den ganzen Tag blockieren! #KeinenMeter der Kohle, denn die #L277 ist die 1,5-Grad-Grenze in Asphalt, weiter darf der Tagebau nicht voranschreiten. Schaut euch gern die Bilder der Aktion auf Flickr und den Pressespiegel der Aktion an. In JunepAs Twitter-Feed lässt sich die Aktion gut nachverfolgen. Die Pressemitteilung lohnt sich auch zu lesen! Alle 23 Personen aus der Gesa kamen noch gestern Abend frei.

Jetzt geht es an euch – kommt ins Rheinland, solidarisiert euch mit Alle Dörfer Bleiben, kämpft gegen RWE und die Klimakrise! Der Abriss der L277 soll sechs Wochen dauern, die Polizei ist für die gesamte Zeit von RWE „angefordert“ worden. Bislang ist die Asphaltdecke aufgerissen worden, wird jetzt abtransportiert, danach kommt ggf. noch der Schotter, vor allem aber irgendwann auch die Bäume.

Seit gestern ist eine Dauermahnwache am Wendehammer der L277 bei Lützerath Teil des vielfältigen Widerstands. Diese, von der Initiative „Kirchen im Dorf lassen“ angemeldete Mahnwache soll für die kommende Zeit ein sicherer Anlaufpunkt und ein Vernetzungsort werden. Dafür brauchen sie euch – kommt dazu! Am besten Anreise per Zug (ggf. +Fahrrad) nach Erkelenz und dann per Bus (alle 30 min) nach Holzweiler Niederstraße, von dort 2,5 km zu Fuß.
Wenn ihr euch vorstellen könnt, mit einer Mahnwachenschicht zu unterstützen, tragt euch hier ein: https://pad.riseup.net/p/BSfiCpNNVwQ9pb90RC8F-keep
Eine Liste mit Dingen, die an der Mahnwache gebraucht werden findet ihr hier: https://pad.riseup.net/p/t1m4YoF6Dxz3zlw2URBL
Aktuelle Infos von vor Ort findet ihr auf Twitter @Kirche_an_Kante

Schon für übermorgen (Samstag, den 25. Juli) ruft Ende Gelände NRW zu weiteren größeren Aktionen auf. Kommt dafür ab Freitag, 24. Juli zur Mahnwache in Lützerath (basale Möglichkeit zum Zelten besteht). Um 20:00 wird es dort ein Aktionsplenum geben. Samstag gehts dann los. Seid kreativ. Samstagabend soll es auch Kulturprogramm/Rave vor Ort geben. #WeAreUnstoppable #KeinenMeter #AlleDörferBleiben #AllegegenRWE #AlleGegenLuecker #NRWE #SystemChangeNotClimateChange #FightCapitalism

Kleingruppenaktionen sind auch explizit gern gesehen („alle kreativen Aktionsformen der Klimagerechtigkeitsbewegung“ sind von ADB zum Support gewünscht).

Schaut für alle aktuellen Infos zu Aktionen und Mahnwachen gern auf den Kanälen von Alle Dörfer bleiben (Website, Twitter @AlleDoerfer).

Kommt in die Dörfer, solidarisiert euch mit den widerständigen Dorfbewohner*innen, kämpft gegen RWEs Klima- und Landschaftszerstörung. Plant in euren Lokalgruppen und NGOs eigene Aktionen. Lasst uns gemeinsam die Basis für den Dörfer-Moment schaffen – one struggle, one fight, Alle Dörfer bleiben, Hambi bleibt!

 

Solltet ihr einen Brief von Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommen, lest euch unsere Rechts-Infos durch und meldet euch direkt bei uns.

Pressespiegel Keinen Meter 2.0

Wow! Über unsere Aktion „Keinen Meter der Kohle!“ zusammen mit JunepA haben zahlreiche Medien berichtet (unser eigener Bericht folgt 😉 ):

WDR Aktuell (kurzer Beitrag ab Minute 15:15)

WDR Lokalzeit Aachen (längerer Beitrag) (Frau Andler und ?)
Weitere Proteste gegen Abrissarbeiten der ehemaligen Landstraße L277

WDR Online (Britta Kuck)
Garzweiler II: Protest gegen Abriss der Landstraße L277 geht weiter

TAZ (Anett Selle)
Braunkohle-Blockaden in NRW: Nach der Straße das Loch

Rheinische Post (Michael Heckers)
Weiter Proteste am Tagebaurand / Polizei nimmt bei Erkelenz-Keyenberg zwischen 20 und 30 Leute in Gewahrsam.

Aachener Zeitung
Wieder Aktivisten an der L277 unterwegs
(basierend auf Polizei- und dpa-Meldung)

Kölner Stadtanzeiger (Peter Berger)
Tagebau Garzweiler: Darum wehren sich Demonstranten gegen den Abriss der L277

Radio Erft (Alexander Franz)
Erkelenz: Dutzende Aktivisten blockieren L277

Neues Deutschland (1. Artikel)
Proteste gegen Braunkohletagebau gehen weiter – Klimaaktivisten besetzen erneut die Landstraße L277

Neues Deutschland (2. Artikel, Sebastian Weiermann)
Garzweiler: Blockaden für Erhalt von Dörfern

Junge Welt (Foto: Björn Kietzmann)
Klimaschutz: Kampf um jeden Meter

n-TV
Weiter Proteste am Tagebau Garzweiler (dpa-Meldung)

Westdeutsche Zeitung
Weiter Proteste am Tagebau Garzweiler (dpa-Meldung)

MSN
Braunkohletagebau Garzweiler: Proteste gegen Abriss der L277 – Aktivisten in Gewahrsam
(im Wesentlichen über Dienstag, aber auch teils Ankündigung zur Blockade am Mittwoch)

Greenpeace Magazin (Text:Julia Lauter; Foto: Alexander Franz)
Garzweiler: Bagger besetzen gegen Klimazerstörung // Der Tagebau soll wachsen: Aktivisten halten dagegen – und blockieren im Braunkohlerevier eine Landstraße
(von Di zu den bisherigen Aktionen; mit kurzer Ankündigung der Mi-Aktion)

Polizei-Pressemitteilung
Weitere Proteste auf der L 277 – mehrere Personen behinderten Baggerarbeiten

Interview Radio Corax (kleiner Sender aus Halle (Westf.)
mit Tina Dresen (ADB) und Marcel Rasitzki (JunepA)

Youtube-Streams von der Aktion
Playlist

Yahoo
Mine expansion threatens German villages despite coal exit
(basierend auf AFP)

GEO Frankreich
En Allemagne, une route et des villages condamnés malgré la sortie du charbon
(basierend auf AFP)

The Local (Großbrittanien)
i’Psychological terror‘: The German villages threatened by coal mine expansion
(basierend auf AFP)

RTBF (Belgien)
Allemagne : dans la Ruhr, la bataille continue contre l’extension d’une mine de lignite, menaçant d’engloutir des villages
(basierend auf AFP)

Courrier international
En Allemagne, une route et des villages condamnés malgré la sortie du charbon
(basierend auf AFP)

PM: Kohlekonflikt im Rheinland entbrennt von Neuem: Sitzblockade schützt Dörfer vor RWE

Keyenberg, 22.07.2020. Aktuell blockieren rund 60 Menschen unter dem Motto „Keinen Meter der Kohle“ die Abrissarbeiten vor den bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler II. Auch direkt Betroffene aus den Dörfern gingen den Schritt zum Zivilen Ungehorsam. Seit Montag wird von RWE der letzte Schutzwall vor den insgesamt sechs Dörfern abgerissen: die Landstraße L277, die Keyenberg und Lützerath als Lebensader verbindet. Das Bündnis „Keinen Meter der Kohle“ fordert von der Landesregierung, die Zerstörungen durch den Tagebau sofort zu stoppen.

Viele der Protestierenden fühlen sich stark an die Räumung des Hambacher Waldes im Herbst 2018 erinnert. „RWE und der NRW-Landesregierung entfachen erneut den Kohlekonflikt. Es ist davon auszugehen, dass sich die Auseinandersetzung um die bedrohten Dörfer in den nächsten Monaten stark zuspitzen wird. Denn RWE und die (Landes-)Regierung ignorieren weiterhin völlig die Klimakrise. Diese Straße ist die 1,5-Grad-Grenze in Asphalt“, verdeutlicht Clara Tempel vom Jungen Netzwerk für politische Aktionen (JunepA) die Dramatik der Lage. Im Kohleverlängerungsgesetz ist weiterhin vorgesehen, den Tagebau Garzweiler in den nächsten 19 Jahren vollständig auszukohlen. „Das ist ein Verbrechen am Völkerrecht des Pariser Klimavertrags“, ergänzt Tempel. Denn unter den bedrohten Dörfern am Tagebau Garzweiler liegen gigantische 600 Millionen Tonnen der klimaschädlichen Braunkohle. Würde diese genutzt wie von RWE geplant, wären die Pariser Klimaziele für Deutschland unerreichbar.

„Das Kohleverlängerungsgesetz ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die für eine gerechte Zukunft in ihren bedrohten Dörfern und weltweit eintreten“, macht Mira Jäger von Kohle erSetzen! deutlich. Wenn die Straße vollständig abgerissen ist, liegen die sechs Dörfer offen und schutzlos vor den riesigen Kohlebaggern. „Dieser Zerstörung von Zuhause und der Zwangsumsiedlung der hier lebenden 1500 Menschen stellen wir uns entschieden entgegen“, ergänzt Jäger. „Wir werden heute Zeuge von hemmungslosem Regierungsversagen angesichts der dramatischen Klimakrise, die hunderte Millionen Menschenleben bedroht. Daher sehen wir uns dazu gezwungen, mittels zivilem Ungehorsam in dieses Unrecht einzugreifen. Gegen die schleichende Klimakatastrophe muss genauso konsequent gehandelt werden wie in der Coronakrise“.

Es trudeln gerade zur Sommeraktion 2019 Briefe bei Menschen ein. Falls ihr auch anlässlich dieser oder anderer Kohle erSetzen!-Aktionen Post bekommen (haben), meldet euch umgehend bei uns:
jura-selbsthilfe-2019 [ÄTT] kohle-ersetzen.de

Zeit für Veränderungen

Liebe Kohle erSetzen!-Aktivist_innen und -Interessierte,

wir hoffen ihr hattet einen guten Start ins neue Jahr!

Wie das manchmal so ist, bringt das neue Jahr auch für uns Veränderungen mit sich. Wir haben in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, wo die Klimagerechtigkeitsbewegung gerade steht, wo wir unseren Platz darin sehen und wie es konkret mit Kohle erSetzen! weitergehen kann. Die Ergebnisse dieses Prozesses wollen wir heute mit euch teilen.

Wir haben uns entschieden, dass Kohle erSetzen! sich vorläufig zur Ruhe SETZT.
(Aber das mit den witzigen Wortspielen können wir trotzdem nicht lassen 🙂 )

1. Was das konkret bedeutet…
2. Warum wir uns so entschieden haben…
3. Warum das kein endgültiger Abschied ist…
4. Was ihr jetzt tun könnt…
5. Was sonst noch übrig bleibt…
6. Was wir noch sagen wollen…

Bericht: Tagebau Garzweiler erfolgreich blockiert und Kohlebahn für mehrere Stunden gestoppt!

10 Jahre Klimacamp im Rheinland und das dritte Jahr Kohle erSetzen! – das passte diesen August sehr gut zusammen!

Nach Monaten der Vorbereitung war es im August 2019 dann endlich so weit: Das Klimacamp im Rheinland feierte seinen zehnten Geburtstag und hatte sich, um diesen angemessen zu begehen, einen bunten Aktionsblumenstrauß gewünscht. Diesem Wunsch kamen wir mit dem Beitrag unserer Sommeraktion 2019 doch allzu gerne nach 🙂

Nachdem während der ersten Hälfte des Klimacamps beim Erkelenzer Laheypark die letzten Vorbereitungen getroffen worden waren, ging es donnerstags für die Aktivist*innen mit der Aktionsvorbereitung los. Unter anderem standen Aktionsplena, Bezugsgruppenfindungen und Aktionstrainings, letztere teilweise von großem Medieninteresse begleitet, auf dem Programm.

Am Samstag, den 24. August 2019, war es dann endlich so weit: Nacheinander machten sich ca. 150 entschlossene Aktivist*innen in fünf Fingern auf den Weg. Ziel waren die Zufahrten des Tagebaus Garzweiler II, insbesondere die im Osten der Grube. Denn dort unter in der Grube befindet sich der wichtigste Punkt für den Schichtwechsel des Tagebaus mit den riesigen Mitarbeiter*innenparkplätzen, an denen die Beschäftigten von ihren privaten PKW in die Trucks von RWE umsteigen. Den Schichtwechsel zur Mittagszeit wollten wir blockieren – und das haben wir gemacht!

Also setzten sich vier der fünf Finger in Busse (gelb, blau, grün) und Züge (rot) und bewegten sich auf teils verschlungenen Wegen Richtung Frimmersdorf und Gustorf. Teilweise wurde dies von der Polizei bemerkt – es gab aber auch Finger, denen es mit ihrem Verwirrspiel gelang, sich gänzlich unterhalb des Polizeiradars zu bewegen.

Parallel machte sich der pinke Finger, dessen Ziel am Westrand der Grube lag, zu Fuß vom Camp aus auf den Weg. Auch diesem Finger gelang es größtenteils, sich ohne größere polizeiliche Aufmerksamkeit fortzubewegen. Das hatte sicherlich auch mit der Demonstration der Kritischen Mediziner*innen zu tun, die parallel zu unserer Aktion durch die bedrohten Dörfer Berverath, Kuckum und Keyenberg zum Tagebau-Aussichtspunkt Hochneukirch führte und, wie uns berichtet wurde, enorme Aufmerksamkeit von der Polizei erfuhr – an dieser Stelle Danke für die Beschäftigungstherapie!

Es lag aber sicherlich auch an der Tarnung des Fingers als selbstorganisierte Bildungswandergruppe. Immer wieder machte der Finger Halt und ließ sich von seinem selbstverständlich allwissenden Tourguide Interessantes beispielsweise zum geretteten Dorf Holzweiler erzählen. Beim mittlerweile fast vollständig zerstörten Immerath ergaben sich während einer längeren Pause am ehemaligen Friedhof dann sogar spontan organisierte Dorfspaziergänge und Diskussionsrunden – so sieht hierarchiearme Wissensweitergabe aus! Natürlich wurde die Polizei doch auf die rastende Gruppe aufmerksam, konnte aber keine Gründe finden, uns von unserem Weg abzuhalten.

Und während Pink so weitestgehend unbehelligt sein Ziel an der Tagebauzufahrt am Tagebau-Aussichtspunkt Skywalk bei Jackerath erreichte, kamen an den strategisch wichtigen östlichen Zufahrten auch Rot, Grün und Blau an ihr Ziel. Der gelbe Finger wurde leider beim Aussteigen aus dem Bus sofort von der Polizei gekesselt und so am Erreichen seines Ziels gehindert, dafür hatte Blau dann umso leichteres Spiel.

Und so gelang es uns dennoch, den Schichtwechsel und damit den Betriebsablauf gehörig durcheinander zu bringen! Mit den Ostzugängen und der Zulieferzufahrt am Skywalk im Westen waren die wichtigsten Zufahrten zum Tagebau Garzweiler II blockiert und je nach Blockadepunkt stauten sich wahlweise PKWs oder LKWs…

Über mehrere Stunden nahmen wir so mit bunten Bannern und gelben Xen in Solidarität mit den widerständigen Bewohner*innen der vom Tagebau bedrohten Dörfer den Raum ein, um ganz klar zu zeigen: Wir lassen das Unrecht der Braunkohleförderung nicht einfach so geschehen. Wir setzen uns dem entschlossen entgegen und verhindern, dass es weiterhin ungestört vorangetrieben werden kann.

Wie erfolgreich dies war, zeigte sich insbesondere bei Rot. Nach der Zugfahrt quer durchs Revier saßen die Aktivist*innen zwar, wie alle anderen auch, auf einer öffentlich zugänglichen Straße – die allerdings direkt neben der Nord-Süd-Bahn entlangführt, welche die Kohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken transportiert. Und spätestens als dann die Polizei vor Ort war, wurde eine derartige Menschenansammlung in unmittelbarer Nähe den Verantwortlichen dann wohl doch zu heikel… Resultat: Über vier Stunden lang konnte keine Kohlebahn die Strecke passieren! Ein Schelm, wer denkt, das wäre so geplant gewesen.

Auch an den übrigen Blockadepunkten wurde recht bald ein beachtliches Polizeiaufgebot zusammengezogen. Während die Kommunikation und die eigentliche Räumung größtenteils ohne größere Zwischenfälle ablief, wurden wir doch an vielen Stellen daran erinnert, dass die Polizei dazu da ist, uns das Leben zu erschweren und so das ungerechte System der Braunkohleverstromung zu stützen. Von mangelnder polizeiinterner Kommunikation über Verweigerung der Anlieferung von Trinkwasser für Aktivist*innen, die bei hochsommerlichen Temperaturen über Stunden auf der Straße saßen, bis hin zu klar höheren Repressionen gegenüber unseren Pressesprecher*innen zeigte sich erneut, dass die Polizei immer wieder systematisch versucht, Menschen, die für nichts weniger als die Zukunft unserer Lebensgrundlagen kämpfen, genau davon abzuschrecken.

Der pinke Finger wurde nach Räumung größtenteils von der Polizei nach Aachen in die GeSa (Gefangenensammelstelle) gebracht. Dort war die Stimmung trotz Repressionen lange gut und alle Aktivist*innen kamen, wie geplant größtenteils ohne Personalienangabe, bis Mitternacht wieder frei. Aber bis dahin war es u.a. zu sexistischen Kommentaren, stundenlanger Einzelhaft und Repressionen gegen die legale Mahnwache vor dem Polizeipräsidium gekommen. Am Ende bleibt also leider wieder der Eindruck: Einige Polizist*innen begehen immer wieder ganz bewusst klare Rechtsbrüche – und die meisten Kolleg*innen schauen schweigend weg. Zivilcourage sieht anders aus – und so werden wir auch weiter auf die Straße gehen und unser Recht auf eine lebenswerte Zukunft und eine solidarische Gesellschaft mit einem guten Leben für Alle einfordern.

Nachdem auch die Blockaden im Osten, größtenteils ohne Transport in die GeSa, geräumt worden waren, sammelten sich dort viele Aktivist*innen der dortigen Finger und zogen, begleitet vom Lautsprecherwagen der KritMed-Demo, in einer bunten und fröhlichen Demonstration an den Kohleförderbändern entlang. Diese bildete einen würdigen Abschluss für einen fantastischen Tag!

Danke an alle Aktivist*innen und Unterstützer*innen, die diesen riesigen Erfolg möglich gemacht haben!

Lasst uns die Gruben stillegen, die Kohlemeiler vom Netz nehmen und der Zerstörung von Dörfern und Klima ein Ende bereiten.

PM: Tagebau Garzweiler durch Blockaden umzingelt

Pressemitteilung
Erkelenz, 24.08.2019

Tagebau Garzweiler durch Blockaden umzingelt

Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ fordert: Sofort raus aus der Kohle!

Seit 11:40 Uhr wird der Braunkohletagebau Garzweiler II blockiert. Rund 150 Personen beteiligen sich an der Aktion „Kohle erSetzen!“. Mit bunten Bannern und gelben Xen als Zeichen des Widerstands versperren sie mit ihren Körpern die Zufahrten zum Tagebau. Die Aktivist_innen setzen sich dem Schichtwechsel in den Weg und stören so den reibungslosen Betriebsablauf der Braunkohleindustrie. Der Personal- und Lieferverkehr des Tagebaus ist bis auf Weiteres unterbrochen, die kraftvolle Sitzblockade soll auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden.
Im erneuten Hitzesommer fordern die Blockierenden einen Kohleausstieg, der es ermöglicht, die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. „Das Klima kennt weder Kompromisse noch Sommerpausen! Die bisherigen politischen Maßnahmen sind angesichts der schon jetzt spürbaren, katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise absolut unzureichend,“ begründet Pressesprecherin Mira Jäger die Aktion. Es wird nicht nur die Wende zu 100% Erneuerbaren Energien gefordert, sondern vor allem auch eine drastische Senkung des Energieverbrauches gerade in reichen Ländern wie Deutschland. „Wir stehen vor einem gesamtgesellschaftlichen Megaprojekt, das fahrlässig und von einigen Akteur_innen auch vorsätzlich verschleppt wird,“ so Jäger weiter. „Die Klimakrise lässt ganze Ökosysteme kollabieren und bedroht das Überleben von Millionen Menschen. Wenn wir jetzt nicht endlich handeln, ist der Zusammenbruch ganzer Gesellschaften aufgrund der zerstörerischen Auswirkungen unseres verschwenderischen Lebensstils zu befürchten“.
Das rheinische Braunkohlerevier ist die größte CO2-Quelle in Europa. RWE treibt dort trotz absehbarem Kohleausstieg die Umsiedlung von sechs Dörfern und weiteren Höfen voran, die dem Kohle-Abbau weichen sollen. „Es dürfen hier und weltweit keine Dörfer und Wälder mehr abgebaggert werden für dreckige Energieträger und den Profit einzelner Konzerne,“ betont die Pressesprecherin Clara Tempel. „Es braucht einen Stopp aller bergbauvorbereitenden Maßnahmen. Die gelben Xe in der Aktion sind dabei ein Zeichen unserer Solidarität mit dem lokalen Widerstand.“ Außerdem wird deutlich gemacht, dass einfache Appelle schon lange nicht mehr ausreichen. So verweist Clara Tempel auf die größer werdende Bewegung: „Wir überschreiten mit Aktionen Zivilen Ungehorsams bewusst die Regeln eines Gesellschaftssystems, das unfähig ist, die Klimakrise einzudämmen. Damit wollen wir den notwendigen Druck für eine klimagerechte Gesellschaftstransformation erreichen. Immer mehr Menschen widersetzen sich als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung auf ihre Art dem bestehenden klima-ungerechten System.“
Die Aktionsgruppe setzt sich seit 2017 durch vielfältige Aktionen des zivilen Ungehorsams für das Ende der Kohleverstromung ein. Auch die erste Aktion von Kohle erSetzen! fand im Sommer 2017 in der Nähe des Tagebaus Garzweiler am Kraftwerk Neurath statt. In diesem Jahr wurde bereits der Bau der künftigen ‚Grubenrandstraße‘ L354n zwischen Wanlo und Kaulhausen blockiert. Die Aktion im Frühjahr fand gemeinsam mit dem Bündnis von Tagebau-Betroffenen „Alle Dörfer bleiben!“ statt. In der Woche vor der Aktion war Kohle erSetzen! zu Gast auf dem Klimacamp im Rheinland. Dort standen nicht nur Forderungen an Konzerne und Politik im Mittelpunkt, sondern auch die Frage wie der gesellschaftliche Wandel praktisch gelebt werden kann.
Sie erreichen die Pressesprecher*innen von Kohle erSetzen! für Rückfragen, Interviews und Absprachen unter:
Clara Tempel: 0157 / 75119947
Mira Jäger: 0157 / 87977480
#kohleersetzen

#by2020weriseup

PM: Erneut Sitzblockade im rheinischen Braunkohlerevier angekündigt

Pressemitteilung

Erkelenz, 14.08.2019

Erneut Sitzblockade im rheinischen Braunkohlerevier angekündigt

Aktionsgruppe „Kohle erSetzen!“ ruft zu großer Aktion Zivilen Ungehorsams am 22.-25. August auf

 

Am letzten Augustwochenende werden zum Abschluss des Klimacamps im Rheinland hunderte Menschen in der Aktion „Kohle erSetzen!“ Braunkohleinfrastruktur blockieren. Mit der Aktion Zivilen Ungehorsams fordern sie, dass der Kohleausstieg in rasantem Tempo in nur wenigen Jahren erfolgen muss. An der Sitzblockade werden Schüler*innen, von der Umsiedlung bedrohte Dorfbewohner*innen, Klima-Aktivist*innen und Energiewende-Veteran*innen teilnehmen. Von Jung bis Alt widersetzen sich damit immer mehr Menschen dem zerstörerischen Braunkohleabbau.

Gut gepackt in die Aktion

Hallo ihr Lieben, 
es wird Zeit für konkretere Infos zu unserer Aktion, die vom 22.-25. August im Rheinland stattfinden wird!
Wir ihr sicherlich schon wisst, ist für uns eine gute Aktionsvorbereitung sehr wichtig. Vorbereitung: das bezieht sich sowohl auf die innere Haltung und die Skills, die für eine Aktion Zivilen Ungehorsams wichtig sind, als auch auf die Anreise und die Sachen, die wir mit in die Aktion nehmen. Auf all das geht dieser Newsletter ein. 
1. Packliste und kreative Gestaltung der Blockade
2. Klimacamp und Anreise
3. Zeitplan Aktionsvorbereitung
4. Rechtliche Infos
5. Was ihr jetzt schon tun könnt
1. Packliste und kreative Gestaltung der Blockade
Auf unserer Website findet ihr eine Packliste, damit ihr wisst, was ihr unbedingt mitbringen und was ihr zuhause lassen solltet: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/packliste/
Unsere Blockade lebt vor allem von einem bunten und lebendigen Aktionsbild. Wir wollen ja nicht nur gegen etwas sein, sondern auch das Leben dorthin tragen, wo es missachtet wird. Für die kreative Gestaltung der Blockade haben wir einige Ideen und Wünsche: 
  • Es soll sichtbar sein, dass wir zusammen gehören – deswegen soll unsere Blockade in den Farben gelb und orange leuchten! Um die Farben mit in die Aktion zu nehmen, bitten wir euch, dass ihr ein gelbes/orangenes Kleidungsstück (T-Shirt, Jacke, Hose etc) oder ein gelbes/orangenes Accessoire (Tuch, Mütze, Rucksack, Blume etc.) mitbringt und dann bei der Aktion tragt. 
  • Um zu zeigen, dass wir vielfältig und nicht eintönig sind, freuen wir uns, wenn ihr ansonsten aber bunt gekleidet seid. Das passt auch unserem Aktionskonsens. 
  • Wir möchten uns mit der Initiative „Alle Dörfer bleiben“ solidarisieren und das X-Symbol mit in die Aktion nehmen. Ob als kleiner Holzanhänger am Rucksack, als Aufdruck auf dem T-Shirt oder als Kunstinstallation – bringt gerne alle Xe mit, die ihr finden könnt 🙂
  • Bringt auch gerne bemalte Banner oder leere Stoffstücke und Farbe mit. Es wird in den Tagen vor der Aktion die Möglichkeit geben, noch Banner zu malen. 
Aber es ist eure Blockade, deswegen sollt ihr sie auch so gestalten, wie es euch gefällt. Also bringt zum Beispiel Musikinstrumente, Kartenspiele, Straßenmalkreide, Seifenblasen oder alles sonstige lebensbejahende mit und zeigt den Energie-Manager_innen wie schön es ohne Kohle aussehen kann.
2. Klimacamp und Anreise
Für alle, die es vielleicht noch nicht mitbekommen haben: Wir sind dieses Jahr zu Gast beim großartigen Klimacamp im Rheinland! Auf dem Klimacamp gibt es Platz für Zelte, Verpflegung, Sanitäranlagen und vieles mehr, was wir mitnutzen dürfen – dafür sind wir sehr dankbar. Auf dem Klimacamp wird unsere intensive Aktionsvorbereitung stattfinden und von dort aus werden wir dann in unsere Aktion starten. Vor unseren Aktionstagen gibt es ein spannendes und vielfältiges Workshopprogramm. Alle Infos dazu findet ihr auf der Website des Klimacamps: http://www.klimacamp-im-rheinland.de/ . Uns erreichen in letzter Zeit immer häufiger Mails mit Fragen zum Klimacamp. Bitte bedenkt, dass wir dort auch „nur“ zu Gast sind und das Klimacamp-Team (Kontakt siehe Klimacamp-Website) eure campbezogenen Fragen wahrscheinlich viel besser beantworten kann!
Der genau Campstandort steht noch nicht fest, aber ihr könnt jetzt schon Zugtickets nach Erkelenz buchen, weil das Klimacamp dort in der Nähe stattfinden wird. Für unsere Handlungsfähigkeit in der Aktion ist es gut, wenn wir möglichst viele Verkehrsmittel zur Verfügung haben. Es wäre also toll, wenn ihr es einrichten könnt, mit dem Fahrrad, einem gut gefüllten Auto oder sonstwie „mobil“ anzureisen. Eine Möglichkeit anzureisen, bietet natürlich auch unsere Kohle erSetzen!-Fahrradtour #reCycleRhineland. Alle Infos dazu findet ihr hier: http://www.kohle-ersetzen.de/mobi-fahrradtour/
Versucht bitte möglichst bis zum 22. August anzureisen! 
3. Zeitplan Aktionsvorbereitung
Der Zeitplan für unsere Aktionsvorbereitung steht! Ihr findet ihn auf unserer Website: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/zeitplan/
Dort findet ihr auch eine Übersicht für eine „gestaffelte Anreise“: Wie ihr wisst, ist unser Wunsch, dass alle am Donnerstag, den 22. August anreisen. Wir wissen jedoch, dass das nicht allen Menschen möglich ist und diese Menschen wollen wir nicht von unserer Aktion ausschließen. Deswegen haben wir jetzt drei Zeiten festgelegt, zu denen es möglich ist, in die Aktionsvorbereitung einzusteigen. Ihr könnt unter Einbeziehung eurer Aktionserfahrung und eurer Kapazitäten selbst entscheiden, welche der drei Zeiten ihr wählt. 
Der offizielle Start der Aktionsvorbereitung ist am Donnerstag um 18.30 Uhr (Abendessen) bzw. 19 Uhr (Aktionsplenum).
Wenn ihr euch viel Zeit für eine ruhige und entspannte Aktionsvorbereitung nehmen wollt und/oder noch unerfahren seid, kommt gerne schon am Donnerstag um 13 Uhr. 
Falls ihr es absolut nicht anders einrichten könnt, ist es auch möglich, dass ihr noch am Freitag um 10 Uhr zu uns stoßt.
Wenn möglich, plant eure Abreise bitte frühestens für Sonntag, 25.8.,  um 15 Uhr. 
4. Rechtliche Infos
In Vorbereitung auf die Aktion solltet ihr euch unbedingt mit den rechtlichen Gegebenheiten und Konsequenzen einer Sitzblockade vertraut machen. Wir versuchen in unserer Aktion das juristische Nachspiel für uns möglichst gering zu halten, doch wir können nicht dafür garantieren, dass im Nachhinein nichts kommt. Deswegen lies dir bitte unsere Rechtsinfo durch: http://www.kohle-ersetzen.de/mitmachen/rechtliches/
Für alle, die sich intensiver einlesen wollen, gibt es hier eine Rechtshilfebroschüre des Legal Teams: http://www.kohle-ersetzen.de/files/2019/05/rechtshilfebroschuere_nrw_de.pdf. Bitte beachtet, dass uns nicht alle Themen betreffen. 
Wenn ihr minderjährig seid, wäre es gut, wenn ihr diesen Zettel ausfüllt und von euren Eltern unterschreiben lasst. Der ist für den Fall, dass ihr in Gewahrsam genommen werdet, damit ihr auch von anderen Personen als von deinen Eltern abgeholt werden könnt: http://www.kohle-ersetzen.de/files/2017/07/erziehungsvollmacht.pdf
Denkt dran: Auf dem Camp wird es auch noch einen rechtlichen Input und einen Legal-Infopunkt geben, da lassen sich auch viele Fragen klären.
5.  Was ihr jetzt schon tun könnt…
Wir sollen euch viele Grüße von unserer Fahrradtour ausrichten, die gerade zu Gast auf dem camp for [future] in Buir ist und in der nächsten Woche über Mönchengladbach und Aachen zum Klimacamp fährt. 
Es wird Zeit für eine große und bunte Aktion Zivilen Ungehorsams – seid ihr dabei?
Freudige Grüße
das Newsletter-Team

Gut vorbereitet in die Aktion

Hallo liebe (zukünftige) Klimaaktivist_innen, 
in knapp vier Wochen ist es soweit: Wir werden im Rheinland mit vielen Menschen ein starkes Zeichen gegen Braunkohle setzen. 
Seid ihr schon genau so aufgeregt wie wir? Falls ja, gibt es hier einen ganzen Newsletter voll mit Infos dazu, wie die Aktion geplant ist und worauf ihr achten solltet. Viel Spaß beim Lesen!
1. Wie wir uns basisdemokratisch organisieren
2. Wie die Aktion geplant ist
3. Wie die Aktionsvorbereitung aussieht
4. Wie wir in der Aktion agieren wollen
5. Welche Aufgaben wir noch zu vergeben haben
6. Was ihr jetzt schon tun könnt
1. Wie wir uns basisdemokratisch organisieren
Für uns hängt die Forderung nach einer Energieversorgung ohne Kohle auch mit der Forderung nach einer gerechten Welt zusammen. Weil wir unsere Ziele schon in unser jetziges Handeln mit einbeziehen wollen, werden wir rund um die Aktion Entscheidungen basisdemokraktisch treffen. Das bedeutet, dass wir Entscheidungen im Konsens treffen werden, also so, dass die Bedürfnisse aller berücksichtigt werden. Konsens bedeutet nicht unbedingt, dass  alle einer Meinung sind, aber immer, dass alle mit der Entscheidung  leben  können und niemand in seinen Bedürfnissen übergangen wird. Unsere Entscheidungsstruktur besteht aus Bezugsgruppen und Sprecher_innen-Räten: 
Der Sprecher_innenrat soll ermöglichen, dass eine große Gruppe gemeinsam handelt und Entscheidungen trifft. Der Rat trägt zusammen, wo Entscheidungsbedarf besteht, tauscht Informationen aus und  formuliert eventuell Lösungsvorschläge. Im Rat werden die Dinge koordiniert, die die gesamte Aktion betreffen und nicht in den Bezugsgruppen allein entschieden werden können. Jede Bezugsgruppe entsendet eine_n Sprecher_in in den Rat. Diese_r bringt Meinungen, Einschätzungen, Entscheidungen etc.  der Bezugsgruppe ein (z.B. „Wir trauen uns zu, auch bei einer Räumung sitzen zu bleiben und nicht aufzustehen“) und trägt neue Infos, Entscheidungen, Meinungen usw. wieder in die Bezugsgruppe zurück.
So entsteht eine kraftvolle Aktion, hinter der alle AktivistInnen tatsächlich stehen und die sie mittragen können. 
2. Wie die Aktion geplant ist
Wie oben beschrieben: Die Aktion wird von allen Anwesenden mitgestaltet. Jedoch sind bestimmte Elemente der Aktion schon festgelegt, wie zum Beispiel der Ort, der Zeitpunkt und der Charakter der Aktion. Diese Dinge wurden von uns als Vorbereitungsgruppe mit viel Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein diskutiert und entschieden und bilden den Rahmen der Aktion, der nicht mehr zur Diskussion steht. Das bringt Ruhe in die Aktionsvorbereitung und lässt uns Zeit, im Camp und auf der Aktion gemeinsam mit allen über die aktuellen Gegebenheiten und die Gestaltung der Blockade zu sprechen. Wir halten aber nichts von Aktionstourismus. Wir bieten kein All-Inclusive-Gesamtpaket, in dem mensch es sich ohne Verantwortung zu übernehmen, gemütlich machen kann. Alle Aktivist_innen gehen eigenverantwortlich in die Aktion und tragen zum Ganzen bei. Dafür ist es super, wenn ihr mitdenkt, Aufgaben übernehmt (siehe unten) und euch innerlich bereit für die Aktion fühlt.
Wir freuen uns, wenn ihr Teil von dem werdet, was wir monatelang erarbeitet haben und euch vor Ort daran beteiligt, etwas Großes daraus zu machen!
3.  Wie die Aktionsvorbereitung vor Ort aussieht
Damit die Aktion für alle machbar ist und sich alle gut vorbereitet fühlen, wird es eine intensive Aktionsvorbereitung auf dem Klimacamp geben. Falls ihr noch keine Bezugsgruppe habt, werdet ihr dort die Möglichkeit haben, andere Menschen zu finden, mit denen ihr euch zusammenschließen könnt, damit keine_r alleine bleibt. Zusätzlich dazu wird es rechtliche Inputs geben, damit alle genau wissen, worauf sie sich einlassen. Einen großen Teil der Zeit wird ein Aktionstraining in Anspruch nehmen, bei dem ganz praktisch geübt werden kann, wie man blockiert und im Konsens entscheidet. Danach ist Zeit für einen Sprecher_innen-Rat. Den genauen Zeitplan der Aktionsvorbereitung findet ihr bald auf unserer Website.
4. Wie wir in der Aktion agieren wollen
Zu den  Dingen, die schon vor der Aktion feststehen, gehört der Aktionskonsens. Das ist eine grundsätzliche Zusage, die sich alle Menschen gegenseitig machen, die an der Aktion teilnehmen. Unser Aktionskonsens beinhaltet zum Beispiel, dass wir gewaltfrei handeln und allen Menschen respektvoll begegnen werden. Wir sehen den Aktionskonsens als verbindlich an, deswegen ist es uns wichtig, dass du dir den Aktionskonsens vor der Aktion durchliest und dann bei der Aktion auch so handelst, damit wir uns gegenseitig auf uns verlassen können. Hier findest du den Aktionskonsens: http://www.kohle-ersetzen.de/kohle-ersetzen/aktionskonsens/
5. Welche Aufgaben wir noch zu vergeben haben
Wie oben beschrieben: Bei Kohle erSetzen! gibt es viele Möglichkeiten (und Bedarf!) zur Mitgestaltung. Uns ist es wichtig, dass in der Aktion wichtige Aufgaben auch von Menschen übernommen werden, die nicht Teil des Orgakreises sind. Einerseits hätten wir selbst gar nicht die Kapazitäten das alles alleine zu stemmen, andererseits hoffen wir so, potenzielle Hierarchien abschwächen zu können. Aufgaben für die wir Menschen suchen, sind: 
  • Pressesprecher_innen (Kontakt mit Pressevertreter_innen)
  • Polizeikontakt (Sprachrohr zwischen der Aktionsgruppe und der Polizei)
  • Moderation von Sprecher_innenräten (siehe oben)
  • Ermittlungssausschuss „EA“ (vor der Aktion rechtliche Beratung und während der Aktion Überblick über Ingewahrsamnahmen etc.)
Für all diese Aufgaben ist Vorerfahrung sehr schön, aber nicht zwingend notwendig. Kohle erSetzen! soll für alle einen Raum zum Ausprobieren bieten. Für alle „Rollen“ wird es auf dem Klimacamp die Möglichkeit eines kleinen Rollentrainings geben. 
Wenn ihr euch eine dieser Aufgaben vorstellen könnt, schreibt uns bitte eine Mail an info@kohle-ersetzen.de (Schlüssel findet ihr auf unserer Website) oder antwortet einfach auf diesen Newsletter. 
Für die Aktion suchen wir auch noch weibliche* Fotograf_innen. In den letzten Jahren waren unsere Aktionsfotograf_innen fast ausschließlich männlich* und das wollen wir sehr gerne ändern. Falls du jemenschen kennst, sag gern Bescheid!
6. Was ihr jetzt schon tun könnt…
Falls ihr euch fragt, was gerade bei unserer Fahrradtour #reCycleRhineland so los ist, gibts hier ein kurzes Update: Wir sind mittlerweile schon rund 500 Kilometer durch Norddeutschland gefahren und sind inzwischen in Bielefeld angekommen. Es gab Zwischenstopps mit Infoveranstaltungen in Celle, Göttingen und Witzenhausen. Am Freitag gibt es eine Infoveranstaltung in Dortmund (https://www.facebook.com/events/349688192595317/) und am Samstag sind wir zu Gast bei der Attac-Sommerakademie. Wir suchen noch Menschen, die Lust haben, Infoveranstaltungen in Essen, Düsseldorf und Aachen zu organisieren. Meldet euch einfach bei uns!
Der Sommer wird immer heißer – für uns ein Grund mehr entschlossen auf die Straße zu gehen!
Widerständige Grüße
Kohle erSetzen!

PS: Weil die Aktion immer näher rückt, werden wir ab jetzt jede Woche einen Newsletter verschicken.