PM: Aufruf zu Kohleblockade bei Leipzig

Aufruf zu Kohleblockade bei Leipzig ++
Aktion Zivilen Ungehorsams vom 3. bis 5. August ++
Kohle erSetzen! fordert: Kohleausstieg sofort einleiten!

Leipzig/Berlin, 24. Juni 2018.

Kohle erSetzen! ruft als Teil der Klimabewegung zu einer Aktion Zivilen Ungehorsams gegen die Braunkohleinfrastruktur auf. Vom 3. bis 5. August werden hunderte Menschen das Braunkohle-Revier im Süden von Leipzig in den Fokus der klimapolitischen Auseinandersetzung rücken. Sie kündigen an, mit einer Sitzblockade in die Betriebsabläufe der Kohlekonzerne MIBRAG und LEAG einzugreifen. Denn während die kürzlich eingesetzte Kohlekommission hinter verschlossenen Türen über ein Ende der Kohle diskutiert, werden in den Revieren weiter Fakten geschaffen. Nach wie vor werden zahlreiche Menschen umgesiedelt, Ökosysteme zerstört und der Klimawandel massiv vorangetrieben.

Erstarrte Bundespolitik liefert klimapolitisch nicht

Das Einsetzen der Kohlekommission der Bundesregierung, welche am kommenden Dienstag ihre Arbeit aufnimmt, ist für die Aktivist*innen eher Grund zur Kritik denn zur Hoffnung. „Klimapolitisch ist die Bundesregierung erstarrt. Die Kohlekommission agiert zu langsam und zu spät. Damit wird der Klimanachzügler Deutschland niemals die riesige Lücke zum 2020er-Klimaziel füllen können,“ begründet Esther Dolani von Kohle erSetzen!die Notwendigkeit eingreifender Aktionen. Denn mit einer Verschleppung des Kohleausstiegs werden auch das völkerrechtlich verbindliche 1,5°-Ziel und die 2°-Grenze der Klimaerwärmung von der verantwortungslosen Bundesregierung achtlos beiseite geschoben. Es müs­sen endlich die politischen Weichen dafür gestellt werden, um 100% Erneuerbare Energien zu erreichen. Um die Lebensgrundlagen weltweit zu sichern, muss die Kohle-, Öl- und Gas-Industrie in nur wenigen Jahren vollkommen ersetzt werden. Ein sofort und konsequent eingeleiteter Kohleausstieg ist dazu nur der erste und längst überfällige Schritt. Klimaschutz muss dabei einhergehen mit einem raschen Strukturwandel und damit gerechten Perspektiven für die Kohleregionen sowie die von Umsiedlung Bedrohten.

Pödelwitz: Kein weiteres Dorf zerstören

In den letzten Jahren fanden bereits sehr erfolgreiche Aktionen des Zivilen Ungehorsams im Rheinischen und Lausitzer Braunkohlerevier statt. Nun soll erstmals auch das dritte riesige Abbaugebiet bei Leipzig einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Beispielhaft für den Irrsinn der Braunkohlenutzung steht das Schicksal des Dorfes Pödelwitz. Trotz bislang fehlender Tagebaugenehmigung hat die MIBRAG fast alle Häuser aufgekauft. Der Ort wird dem Verfall preisgegeben und die Ortsgemeinschaft zerrissen, obwohl die Abbaggerung noch gar nicht genehmigt und erst für 2028 vorgesehen ist. Statt solcher Entwurzelung fordert Kohle erSetzen! den Erhalt aller durch Tagebaue bedrohten Dörfer. Die Aktionsgruppe solidarisiert sich daher mit den knapp dreißig noch verbleibenden Bewohner*innen, die sich der fossilen Brennstoffindustrie und der Zerstörung ihres Zuhauses in den Weg stellen.

Ziviler Ungehorsam der Klimabewegung wird immer notwendiger und schlagkräftiger

Um Forderungen nach Klimagerechtigkeit Gehör zu verschaffen, ist in der aktuellen klimapolitischen Starre der Zivile Ungehorsam als Mittel legitim und dringend notwendig. „Durchgreifender Klimaschutz geht alle an,“ so Kim Harper für die Aktionsgruppe. „Wir fordern dazu auf, beim Kampf um den Schutz unserer Lebensgrundlagen selbst aktiv zu werden und nicht länger auf die Politik zu warten. Falls keine tiefgreifenden Veränderungen der Klima- und Wirtschaftspolitik eingeleitet werden, sehen wir uns als Klimabewegung zu immer mehr Aktionen des Zivilen Ungehorsams mit immer mehr Menschen gezwungen.“

PM: „Kohle erSetzen!“ blockiert Kraftwerk Neurath

Gewaltfreie Sitzblockade fordert den Kohleausstieg

Neurath, 26.08.17, 13:30 Uhr.

Seit 13:30 Uhr ist das Kohlekraftwerk Neurath im rheinischen Braunkohlerevier von Klimaschützer_innen blockiert. Mit kraftvollen und bunten Sitzblockaden sowie einem riesigen roten Banner versperren rund 150 Aktivist_innen von „Kohle erSetzen!“ die Zufahrten des RWE-Kraftwerks. Dessen klimaschädlicher Betrieb ist erheblich gestört. Die Sitzblockade soll auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Die Blockierenden fordern damit die sofortige Einleitung eines konsequenten Kohleausstiegs.

„Um den so nötigen Kohleausstieg einzuleiten, braucht es dringend solche Aktionen Zivilen Ungehorsams. Wir müssen das Ruder noch rechtzeitig herumzureißen – weg von einem katastrophalen Klimawandel hin zu einer klimagerechten Welt,“ sagt Clara Tempel, Pressesprecherin der gewaltfreien Aktion. In Neurath steht das größte und klimaschädlichste Kraftwerk Deutschlands. Europaweit ist es das Kraftwerk mit den zweithöchsten Treibhausgasemissionen. Mit all den negativen Folgen der Braunkohle zieht RWE die vehemente Kritik der überwiegend jungen Aktivist_innen auf sich. „Es reicht nicht mehr, nur an Politiker zu appellieren. Die Kohle blockiert unsere Zukunft, also blockieren wir die Kohle“, so Clara Tempel.

Neben der Sitzblockade „Kohle erSetzen!“ finden noch andere Aktionen im Rheinland statt. Die gewaltfreie Aktion wurde durch das Jugendnetzwerk für politische Aktionen JunepA mit Unterstützung des ZUGABe-Netzwerks initiiert. JunepA hat es sich zum Ziel gesetzt, jungen Menschen die Aktionsform des Zivilen Ungehorsams näher zu bringen. Regelmäßig werden so z.B. Blockaden des Atombombenstützpunkts in Büchel (Rheinland-Pfalz), Rüstungsfabriken oder Atomanlagen durchgeführt. JunepA ist diesjähriger Preisträger des Aachener Friedenspreises, der am 1. September in Aachen verliehen wird.

Hintergrund

Jährlich werden im Neurather Kraftwerk 35 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen und damit genauso viel wie durch 13,5 Millionen Autos pro Jahr. Braunkohle ist der klimaschädlichste Energieträger und macht nach wie vor ein Viertel der Stromproduktion sowie ein Fünftel der Treibhausgasemissionen in Deutschland aus. Die Bundesrepublik ist damit keineswegs Klimaschutzvorreiterin, sondern missachtet als Braunkohleweltmeisterin nationale und internationale Zusagen. Um das im Pariser Klimavertrag vereinbarte 1,5-Grad-Ziel auch nur ansatzweise einzuhalten, reichen die bisherigen Maßnahmen der Politik bei Weitem nicht aus.

Massive Probleme des Kohleabbaus sehen die Blockierenden auch in der fortschreitenden Zerstörung von Dörfern und schützenswerter Landschaft durch die riesigen Tagebaue, die noch bis 2045 weiter betrieben werden sollen. Giftige Quecksilber-, Feinstaub- und Stickoxidemissionen der Abbaugebiete und Kraftwerke schädigen die Gesundheit der Menschen vor Ort und in weitem Umkreis.

Eine rein erneuerbare Energieproduktion ist technisch und ökonomisch machbar. Die immensen Schäden durch den immer weiter voranschreitenden Klimawandel verursachen viel höhere Kosten als der frühzeitige Umbau unseres Energiesystems. Die großen Energiekonzerne überschreiten mit ihrem Festhalten an fossilen Energieträgern rote Linien. Immer mehr Menschen wollen dies nicht länger hinnehmen und beteiligen sich an vielfältigen Protesten. Durch die unterschiedlichen Aktionen hat die Klimabewegung in diesem Jahr eine bemerkenswerte Verbreiterung erfahren. Im Zusammenhang mit der Bundestagswahl und der Klimakonferenz Anfang November in Bonn wird diese steigenden Druck auf die Politik ausüben.

Weitere Hintergrundinformationen unter www.kohle-ersetzen.de/hintergrund

Eine Fotodatenbank zur Aktion finden Sie unter: kurzlink.de/db/kohle-ersetzen

PM: Blockade eines Kohlekraftwerks geplant

Pressemitteilung, 17.8.2017

Klimaschützer kündigen gewaltfreie Sitzblockade an Kohle erSetzen! will Kohlekraftwerk blockieren

Aktivisten der Gruppe Kohle erSetzen! kündigen eine Aktion gegen Braunkohleverstromung an. Im Zeitraum vom 24.-27. August 2017 wird ein Kohlekraftwerk im Rheinland gewaltfrei blockiert. Mit SitzBlockaden der Zufahrten soll der reibungslose Betriebsablauf des Kohlekraftwerks gestört und damit ein deutliches Zeichen für einen konsequenten Kohleausstieg gesetzt werden. An der Aktion beteiligen sich viele verschiedene, auch junge und unerfahrene Menschen. Sie haben sich darauf festgelegt, dass die Aktion gewaltfrei und ohne jede Gefährdung von Menschen ablaufen wird

Im Rheinland baut RWE die Braunkohle in großen riesigen Tagebauen ab und verstromt sie gleich vor Ort. Für die Tagebaue werden Ökosysteme zerstört und Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. Außerdem ist das rheinische Braunkohlerevier die größte CO-Quelle Europas und damit maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich. „Mit der Blockade des Kohlekraftwerks wollen wir zeigen, dass Kohleenergie der Vergangenheit angehört und in einem sozialverträglichen Strukturwandel dringend durch erneuerbare Energien ersetzt werden muss“, sagt Clara Tempel, die Pressesprecherin der Aktion. Die Klimaschützer nehmen dabei auch rechtliche Konsequenzen in Kauf: „Es ist Zeit für Zivilen Ungehorsam gegen die unverantwortliche Verstromung von Braunkohle. Wir können nicht länger zusehen, wie unsere Zukunft aufs Spiel gesetzt wird“, so die 21-jährige Clara Tempel.

Die Aktion „Kohle erSetzen!“ ist eingebettet in die Aktionstage im Rheinland, wo unterschiedliche Aktionen und Camps gegen Braunkohle stattfinden. Schon beim Klimacamp sowie zwei anderen thematischen Camps werden ab diesem Freitag die inhaltlichen Grundlagen in Workshops und Podiumsdiskussionen gelegt. Nächstes Wochenende folgen die Aktionen. „Kohle erSetzen!“ sieht sich dabei als Brücke zwischen den Aktionen Ende Gelände und der von verschiedenen Umwelt-NGOs veranstalteten Menschenkette Rote Linie. Initiiert wird die Aktion durch das Jugendnetzwerk für politische Aktionen JunepA. Das Netzwerk ist der diesjährige Preisträger des Aachener Friedenspreises, der am 1. September in Aachen verliehen wird.

Kohle erSetzen! – Ungehorsam das Klima retten!

Kontakt: info@kohle-ersetzen.de

Pressesprecherin: Clara Tempel 0151 53206000

Pressestelle auf dem Klimacamp für organisatorische Fragen: 0152 27991915

Website: www.kohle-ersetzen.de

Pressemitteilung: Polizei lehnt Dialog mit Klimaschützern ab

Pressemitteilung
Dienstag, 8. August 2017

Polizei lehnt Deeskalationsgespräch mit Klimaschützern ab – Initiatoren der Aktion „Kohle erSetzen!“ verwundert

Die Vorbereitungsgruppe der Aktion „Kohle erSetzen!“, die Ende August im Rheinland stattfinden soll, ist verwundert, dass sich die Polizei einem Gespräch verweigert. Mitglieder der Gruppe hatten Ende Juli Kontakt mit der Polizeidienststelle Aachen aufgenommen, um ein Deeskalationsgespräch anzubieten. Deeskalationsgespräche zwischen Polizei und Aktivisten sind gängige Praxis in der gewaltfreien Bewegung. Sie dienen dazu, unangemessener Eskalation bei Aktionen Zivilen Ungehorsams vorzubeugen. Die Aktiven haben jedoch den Eindruck, dass die Polizei im Rheinland an einem solchen Gespräch nicht interessiert ist: Auch nach mehrmaligen Nachfragen reagierte sie nicht auf die Anfrage.  

Die Initiatoren der Aktion sind erstaunt darüber, dass die Polizei das Angebot eines Deeskalationsgesprächs nicht angenommen hat und den offenen Dialog mit ihnen scheut. „Wir hätten der Polizei gerne vorab das Konzept unserer gewaltfreien Aktion erklärt, damit sie damit angemessen umgehen kann. Wir möchten, dass bei unserer Aktion weder Aktivisten noch Polizisten zu Schaden kommen – dafür wollten wir mit einem Gespräch sorgen. Schade, dass die Polizei dazu bisher nicht bereit ist“, sagt die Pressesprecherin der Aktion, Clara Tempel. In einem kürzlich veröffentlichten Video der Polizei NRW zum diesjährigen Braunkohlewiderstand hat der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach angekündigt, die Polizei würde auf „Kommunikation und Deeskalation“ setzen. „Von der angeblichen Deeskalationsstrategie der Polizei merken wir bis jetzt noch nichts“, so Clara Tempel. Die Vorbereitungsgruppe möchte deutlich machen, dass es ihr mit der gewaltfreien Sitzblockade um den Kohleausstieg geht und dass weder Polizei noch Mitarbeitende von RWE ihre Gegner sind.

Beteiligte der Aktion „Kohle erSetzen“ werden ein Kohlekraftwerk im Rheinland blockieren. Bei der Sitzblockade werden neben erfahrenen Aktivisten der gewaltfreien Bewegung auch unerfahrene und junge Menschen ein starkes Zeichen für den Kohleausstieg und für Klimagerechtigkeit setzen. Die Aktion ist Teil der Aktionstage im Rheinland, wo verschiedene Aktionen und Camps zum Thema Braunkohle und Klimawandel stattfinden werden. Die Blockade wird vom Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA) initiiert. Das Netzwerk organisiert seit 2013 bundesweit Aktionen Zivilen Ungehorsams und ist der diesjährige Preisträger des Aachener Friedenspreises.

Kohle erSetzen! – Ungehorsam das Klima retten!


Kontakt: info@kohle-ersetzen.de

Pressetelefon: Clara Tempel 0151 53206000

Website: www.kohle-ersetzen.de

Video der Polizei NRW: https://polizei.nrw/medien/klimacamp-im-rheinland-2017