PM: Sitzblockade statt Hitzewelle

Coole Sitzblockade statt Hitzewelle+++++Kohle erSetzen! ruft zu Aktion Zivilen Ungehorsams vom 3. bis 5. August bei Leipzig auf

Pödelwitz, 27.07.2018. Während die aktuelle Hitzewelle im ganzen Land die Menschen lähmt und Landwirt*innen deshalb massive Ernteausfälle befürchten, werden Aktivist*innen gegen deren Ursache aktiv – den Klimawandel. Als Teil vielfältigen Protests ruft die Gruppe „Kohle erSetzen!“ vom 3.-5. August im Braunkohlerevier südlich von Leipzig zu einer Aktion Zivilen Ungehorsams auf. Sie kündigen an, mit einer Sitzblockade in die Betriebsabläufe der Kohlekonzerne MIBRAG und LEAG einzugreifen. Schon am morgigen Samstag, den 28.7. lädt der BUND Sachsen zusammen mit vielen anderen NGOs und Organisationen zu einer Demonstration unter dem Motto „Klima schützen-Kohle stoppen!“ ein. Die europäische Klimabewegung wächst, denn viele Menschen wollen die Verschleppung des Kohleausstiegs nicht weiter hinnehmen, der angesichts der in immer weitere Ferne rückenden Pariser Klimaziele dringend notwendig ist.

Schon heute verlieren Menschen durch klimabedingte Dürren, Hunger oder Extremwetterereignisse ihre Lebensgrundlage. Für die erste Hälfte dieses Jahrhunderts geht die Weltgesundheitsorganisation von jährlich etwa 250.000 zusätzlichen Toten durch den Klimawandel aus. Andere Forscher*innen sprechen gar von bis zu 5 Millionen Todesfällen jährlich, die durch den Klimawandel schon heute mit verursacht werden. Menschen im globalen Süden leiden bereits jetzt am stärksten unter den Folgen des Klimawandels, obwohl sie am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. „Diese Ungerechtigkeit können wir nicht länger hinnehmen“, so Mira Jäger von der Aktionsgruppe. Die bunte und gewaltfreie Aktion „Kohle erSetzen!“ will das widerständige Leben an den Ort tragen, wo dieses auf dem Spiel steht. Das Motto: Aktiv in Unrecht eingreifen, anstatt nur zu appellieren. Kohle erSetzen! wird unter anderem initiiert von JunepA, dem Jugendnetzwerk für politische Aktionen, und richtet sich daher auch an junge Menschen. „Wir nehmen unsere Zukunft und weltweite Klimagerechtigkeit selbst in die Hand – weder neben uns, noch nach uns die Sintflut!“, so Mira Jäger. 

Im bundesweit kaum bekannten „Mitteldeutschen Revier“ soll nach bisherigen Planungen noch bis 2040 weiter der klimaschädlichste Energieträger Braunkohle abgebaut werden. Trotz weiterhin fehlender Tagebau-Genehmigung werden die Anwohner*innen aus den Orten Pödelwitz und Obertitz bereits umgesiedelt. Dieses Jahr findet im Revier bei Leipzig auch erstmals ein Klimacamp statt, eine Protestform, die bereits aus dem Lausitzer und Rheinischen Braunkohlerevier bekannt ist. Es beginnt am 27.7. mit Workshops, Vorträgen und Podien, am 3.8. beginnen die Aktionstage. Ab Freitag Morgen ist Kohle erSetzen! dort zu Gast. Dann bereiten sich die Aktivist*innen mit rechtlichen Inputs und deeskalativen Trainings auf die Aktion vor. „Wir treffen gemeinsam die bewusste Entscheidung, den Schritt von appellierenden Demonstrationen zum Zivilen Ungehorsam zu gehen und durch eine entschlossene Aktion in die lokalen und globalen Ungerechtigkeiten einzugreifen, die der Klimawandel befeuert.“, so Clara Tempel von der Aktionsgruppe. „Wir kämpfen dafür, dass die erdrückende Hitze dieses Sommers kein Alltag wird.“

Für Interviews und Absprachen melden Sie sich gerne bei

0151 72698074  —  Mira Jäger (Pressesprecherin in der Aktion)

0157 51462348  Clara Tempel (Pressesprecherin in der Aktion, ab Montag telefonisch erreichbar)

0157 87977480  —  Arvid Jasper (für alle organisatorische Absprachen als Kohle-erSetzen-Pressestelle auf dem Klimacamp)

Hintergrund

5 Millionen Tote jährlich durch den Klimawandel: https://mic.com/articles/21419/climate-change-kills-5-million-people-every-year#.vMIGr50KG

WHO-Informationen zu Klimawandel und Gesundheit: http://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/climate-change-and-health

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